Biogen-Papiere haben am Montag ein neues 52-Wochen-Hoch erreicht. Auslöser sind Studiendaten zu Litifilimab und eine Hochstufung durch JPMorgan. Hinter der Rally steht jedoch ein Konzern, der sein Wachstum mit Schulden erkauft hat.

Daten und Hochstufung treiben den Kurs

An der Börse stieg die Aktie am Montag bis auf 230,49 Dollar. Seit Jahresbeginn hat sie mehr als ein Drittel zugelegt. Vorbörslich notierte sie am Dienstag nochmals leicht im Plus bei rund 231 Dollar.

Zum einen lagen am Montag 52-Wochen-Ergebnisse der Phase-2/3-Studie AMETHYST zu Litifilimab vor. Sie deuten auf ein positives Abheilen der Haut bei Patienten mit kutanem Lupus hin. Zum anderen stufte JPMorgan-Analyst Chris Schott die Aktie von „Neutral“ auf „Overweight“ hoch und hob das Kursziel von 210 auf 300 Dollar an.

Schott begründet den Schritt mit einer zunehmend überzeugenden Abfolge von Katalysatoren und besseren langfristigen Wachstumsaussichten. Biogen sei mehr als die Geschichte um das Alzheimerpräparat Leqembi.

Felzartamab als wichtigster Pipeline-Wert

Als bedeutendsten Wachstumskandidaten sieht Schott Felzartamab, ein Mittel gegen die antikörpervermittelte Abstoßung nach Nierentransplantationen. Phase-3-Daten erwartet er im ersten Halbjahr 2027. Schon für die erste Indikation hält er Umsätze für möglich, die über den Markterwartungen liegen. Das Potenzial beziffert JPMorgan auf mehr als zwei Milliarden Dollar.

Früher fällt die Entscheidung bei Litifilimab: Die Ergebnisse der beiden Phase-3-Studien gegen systemischen Lupus stellt Biogen für das zweite Halbjahr in Aussicht. JPMorgan stuft diesen Teil der Pipeline als riskanter ein. Für die kutane Form gibt es bislang keine speziell zugelassene Therapie, was das Marktpotenzial erhöhen würde.

Die Bilanz bremst noch

Das laufende Geschäft liefert den Rückenwind bislang nicht. Im zweiten Quartal wuchs der Umsatz um 3 Prozent auf rund 2,74 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie sank von 5,47 auf 3,60 Dollar.

Belastet haben Transaktionskosten, die Verwässerung durch die im Mai abgeschlossene Apellis-Übernahme und Investitionen in Phase-3-Studien. Die Nettoverschuldung lag Ende Juni bei rund 6,8 Milliarden Dollar.

Für 2026 peilt Biogen einen bereinigten Gewinn je Aktie von 12 bis 13 Dollar an, nach gut 15 Dollar im Vorjahr. Ab 2027 soll Apellis den Gewinn je Aktie steigern statt verwässern.

Die Wall Street zeigt sich mehrheitlich optimistisch: 26 von 38 beobachtenden Analysten empfehlen laut LSEG-Daten den Kauf.

Am 28. Oktober legt Biogen die Zahlen zum dritten Quartal vor. Dann zeigt sich, wie stark die Apellis-Integration die Marge noch belastet, bevor im zweiten Halbjahr die Litifilimab-Daten folgen.