BioNTech steht vor entscheidenden Tagen. Auf dem ASCO-Kongress in Chicago präsentiert der Mainzer Konzern neue Daten aus seiner Onkologie-Pipeline. Die Erwartungen sind hoch. Das Management will beweisen, dass die Zeit nach dem Corona-Impfstoff profitabel wird.

Analysten warnen vor hohem Risiko

Die Investmentbank Bernstein sieht die Pläne kritisch und stuft das Papier mit „Market Perform“ ein. Das Kursziel liegt bei 96 US-Dollar. Die Analysten bemängeln ein hohes Zulassungsrisiko. Den klinischen Entwicklungsplan für den Krebs-Kandidaten Pumitamig nennen sie schlichtweg aggressiv.

Bernstein bezweifelt die Erfolgsaussichten für diese spezielle Wirkstoffklasse. In der Vergangenheit verfehlten ähnliche Medikamente oft einen statistisch signifikanten Überlebensvorteil.

Daten-Feuerwerk in Chicago

Ab dem 29. Mai blickt die Branche nach Chicago. BioNTech stellt dort Zwischenergebnisse zu wichtigen Hoffnungsträgern vor:

  • Pumitamig: Daten der Phase-2/3-Studie bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs.
  • Gotistobart: Phase-2-Ergebnisse zur Gesamtüberlebensrate bei platinresistentem Eierstockkrebs.

Parallel dazu zeigt das Unternehmen Fortschritte bei seinen Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten. Diese zielgerichteten Therapien bilden das Rückgrat der neuen Strategie.

Milliarden-Polster stützt den Kurs

Finanziell ist BioNTech für diesen Umbau gerüstet. Zum Ende des ersten Quartals lagen 16,8 Milliarden Euro in der Kasse. Ein Teil davon fließt an die Aktionäre zurück. Der Konzern kauft eigene Aktien für eine Milliarde US-Dollar zurück.

Anleger agieren aktuell zurückhaltend. Kein Wunder. Mit einem Schlusskurs von 79,50 Euro am Freitag verlor das Papier auf Monatssicht gut 15 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch beträgt fast 22 Prozent.

Die kommenden Tage definieren den Zeitplan für BioNTech. Am 30. Mai präsentiert das Management die entscheidenden Wirksamkeitsdaten für Pumitamig und Gotistobart. Diese Zahlen liefern den ersten harten Beweis, ob der teure Strategiewechsel in der Onkologie funktioniert.