BioNTech hat Anfang August seine Umsatzprognose für 2026 deutlich zurückgenommen. Statt der ursprünglich erwarteten 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro rechnet der Mainzer Konzern nun nur noch mit 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro.
Grund ist eine schwächer als erwartet ausgefallene Nachfrage nach dem COVID-19-Impfstoff. Reuters berichtete über die gesenkte Prognose und verwies dabei auf den rückläufigen Quartalsumsatz sowie die schwächere Erwartung gegenüber der März-Guidance.
Im zweiten Quartal 2026 erzielte BioNTech einen Umsatz von 106 Millionen Euro, der Nettoverlust weitete sich aus. Das Unternehmen betonte zugleich, dass der Großteil des Jahresumsatzes erst in der zweiten Jahreshälfte anfallen soll.
Dazu zählt eine Zahlung von Bristol Myers Squibb im Rahmen einer Kollaboration in Höhe von 613 Millionen Euro, die für das dritte Quartal 2026 erwartet wird. Diese Summe dürfte die Jahresbilanz spürbar stützen, sofern sie planmäßig fließt.
Kostenseite bleibt im Rahmen, Rückkaufprogramm läuft weiter
Auf der Kostenseite bestätigte BioNTech seine Ausgabenplanung: Für Forschung und Entwicklung kalkuliert der Konzern weiterhin mit 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro, für Vertrieb und Verwaltung mit 700 bis 800 Millionen Euro. Parallel setzt das Unternehmen sein Aktienrückkaufprogramm fort. Von der insgesamt genehmigten Summe von 1 Milliarde Dollar hatte BioNTech zum Berichtszeitpunkt bereits 152 Millionen Dollar eingesetzt.
Auf regulatorischer Ebene meldete BioNTech gemeinsam mit Pfizer die Einreichung von Zulassungsanträgen bei der europäischen Arzneimittelagentur EMA und der US-Behörde FDA für einen an die XFG-Variante angepassten, monovalenten COVID-19-Impfstoff für die Saison 2026/2027. Dieser Schritt könnte die Nachfrageseite im späteren Jahresverlauf wieder stabilisieren, sofern die Zulassungen rechtzeitig erteilt werden.
Führungswechsel an der Spitze
Zusätzliche Bewegung brachte die personelle Entscheidung des Aufsichtsrats: Guido Oelkers wird spätestens zum 1. Februar 2027 neuer Vorstandsvorsitzender von BioNTech und tritt die Nachfolge von Ugur Sahin an.
Reuters bestätigte den Wechsel und ordnete Oelkers als bisherigen Sobi-Chef ein. Der Führungswechsel fällt zeitlich mit der gesenkten Prognose zusammen und dürfte die strategische Neuausrichtung des Unternehmens in den kommenden Monaten mitbestimmen.
Kursreaktion bislang moderat
An der Börse hat die Nachrichtenlage bislang keine dramatischen Ausschläge ausgelöst. Zum Schluss des vergangenen Freitags notierte die Aktie bei 80,50 Euro, ein Plus von 0,8 Prozent auf Tagesbasis.
Über die vergangenen sieben Tage steht ein leichtes Minus von 0,5 Prozent zu Buche, auf Monatssicht dagegen ein Zuwachs von 0,4 Prozent. Damit bewegt sich der Kurs derzeit nah am 50-Tage-Durchschnitt von 79,94 Euro, während der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 105,80 Euro noch immer rund ein Viertel beträgt.
Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei gut 20 Milliarden Euro. Anleger dürften nun vor allem auf zwei Termine schauen: den Eingang der Bristol-Myers-Squibb-Zahlung im dritten Quartal und die schrittweise Übergabe der Unternehmensführung an Guido Oelkers, die über den Kurs der kommenden Monate mitentscheiden dürfte.
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