BioNTech startet mit frischen Onkologie-Daten in die neue Handelswoche. Das Mainzer Unternehmen und Bristol Myers Squibb haben am 30. Mai 2026 Zwischenergebnisse aus der Phase-2-Studie ROSETTA Lung-02 vorgelegt — eine globale Untersuchung bei zuvor unbehandeltem fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Pumitamig, auch bekannt als BNT327, zählt zu den wichtigsten späten Krebskandidaten von BioNTech und wird gemeinsam mit Bristol Myers Squibb in einem breiten Phase-3-Programm vorangetrieben.
Ansprechraten über alle PD-L1-Gruppen
Die Daten wurden auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in Chicago präsentiert, die vom 29. Mai bis 2. Juni läuft. Die Studie untersucht Pumitamig in Kombination mit Chemotherapie als Erstlinientherapie bei nicht-plattenepithelialem und plattenepithelialem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs.
Zum Stichtag 13. April 2026 umfasste der Phase-2-Teil 40 auswertbare Patienten bei einer medianen Nachbeobachtung von 9,0 Monaten. BioNTech meldete bestätigte objektive Ansprechraten von 57,1 Prozent bei nicht-plattenepithelialem und 68,4 Prozent bei plattenepithelialem Lungenkrebs. Die Krankheitskontrollrate lag bei 100 Prozent.
Die niedrigere getestete Dosis zeigte höhere Ansprechraten: 63,6 Prozent bei nicht-plattenepithelialem und 72,7 Prozent bei plattenepithelialem Krebs. Über alle PD-L1-Expressionsgruppen hinweg lagen die Ansprechraten bei 47,6 Prozent für TPS unter 1 Prozent, 77,8 Prozent für TPS zwischen 1 und 49 Prozent und 100 Prozent für TPS ab 50 Prozent.
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Sicherheitsprofil im Fokus
Das Sicherheitsprofil dürfte eine zentrale Rolle bei der Marktbewertung spielen. Pumitamig kombiniert Checkpoint-Hemmung und VEGF-A-Neutralisierung in einem bispezifischen Immunmodulator. BioNTech berichtete, dass behandlungsbedingte Nebenwirkungen ab Grad 3 bei 48,8 Prozent der Patienten auftraten. Auf Pumitamig zurückgeführte Ereignisse betrafen 23,3 Prozent der Patienten. Vier Patienten — 9,3 Prozent — brachen die Behandlung ab.
Immunbedingte Nebenwirkungen traten bei 16 Patienten auf, davon zwei mit Grad 3 oder höher. Blutungsereignisse wurden bei neun Patienten gemeldet, darunter ein Fall mit Grad 3.
Der Datensatz stärkt die klinische Erzählung rund um BioNTechs Immun-Onkologie-Strategie. Entscheidend für kommerzielle und regulatorische Bewertungen bleiben die Phase-3-Ergebnisse, einschließlich progressionsfreiem Überleben und Gesamtüberleben in größeren randomisierten Studien.
Phase-3-Programm läuft auf Hochtouren
BioNTech und Bristol Myers Squibb treiben Pumitamig bereits durch einen umfangreichen Entwicklungsplan in Lungenkrebs. Der Phase-3-Teil von ROSETTA Lung-02 rekrutiert Patienten und vergleicht Pumitamig plus Chemotherapie mit Pembrolizumab plus Chemotherapie. Primärer Endpunkt ist das progressionsfreie Überleben, bewertet durch verblindete unabhängige zentrale Prüfung.
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Zwei weitere globale Phase-3-Studien bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs laufen. ROSETTA Lung-201 prüft Pumitamig gegen Durvalumab nach gleichzeitiger Chemoradiotherapie bei inoperablem Stadium-III-Krebs. ROSETTA Lung-202 vergleicht Pumitamig mit Pembrolizumab als Erstlinientherapie bei fortgeschrittener Erkrankung mit PD-L1 ab 50 Prozent.
Insgesamt laufen sieben globale Phase-3-Studien mit Zulassungspotenzial für Pumitamig über verschiedene Tumorarten hinweg — darunter kleinzelliger Lungenkrebs, triple-negativer Brustkrebs, kolorektales Karzinom und Magenkrebs. Diese Breite macht Pumitamig zu einer wichtigen Bewertungsvariable für die BioNTech-Aktie, während das Unternehmen versucht, die Aufmerksamkeit der Anleger von sinkenden COVID-19-Impfstofferlösen auf die Onkologie zu lenken.
Forschungsausgaben belasten Bilanz
Die neuen Daten kommen vor dem Hintergrund hoher Forschungsausgaben. Im ersten Quartal 2026 meldete BioNTech Umsatzerlöse von 118,1 Millionen Euro, nach 182,8 Millionen Euro im Vorjahr. Der Rückgang ging primär auf niedrigere COVID-19-Impfstofferlöse zurück. Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen auf 557,0 Millionen Euro von 525,6 Millionen Euro, getrieben unter anderem durch Immun-Onkologie- und Antikörper-Wirkstoff-Konjugat-Programme, darunter Pumitamig und Gotistobart.
BioNTech wies einen Nettoverlust von 531,9 Millionen Euro aus, nach 415,8 Millionen Euro im Vorjahr. Gleichzeitig verfügte das Unternehmen zum 31. März 2026 über 16,76 Milliarden Euro an Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und Wertpapieranlagen — eine substanzielle Finanzierungskapazität für späte Onkologie-Studien.
Die Aktie schloss am Freitag bei 82,35 Euro, ein Plus von 2,68 Prozent. Damit notiert BioNTech rund 19 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 101,90 Euro, aber 14 Prozent über dem Märztief von 72,50 Euro. Die kommende Woche dürfte weniger von kurzfristigen Umsätzen geprägt sein als von der Frage, ob Anleger die ROSETTA-Lung-02-Daten als ausreichend erachten, um das Vertrauen in die Onkologie-Pipeline zu stützen. Die nächste große Bewährungsprobe folgt, wenn das größere Phase-3-Programm zulassungsrelevante Evidenz liefert.
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