Für BioNTech dürfte das Jahr 2026 vor allem zu einem Test der eigenen Forschungspipeline werden. Während das frühere COVID-Geschäft weiter an Bedeutung verliert, richtet sich der Blick der Investoren fast ausschließlich auf klinische Studien und mögliche Zulassungserfolge im Onkologiebereich. Die kommenden Monate könnten daher maßgeblich darüber entscheiden, wie der Kapitalmarkt das Unternehmen künftig bewertet. Aktuell gab es noch keine Nachrichten, weshalb der Kurs bei ca. 80 Euro mehr oder weniger regungslos verharrt. Am Freitag erklomm die Aktie diese kleine Hürde noch einmal. Analysten sind indes der Meinung, die BioNTech sei deutlich mehr als 100 Euro wert!

Das große Ziel der BioiNTech

Mehr als 25 klinische Studien befinden sich derzeit in Phase 2 oder Phase 3. Allein im laufenden Jahr werden sechs wichtige Studiendaten erwartet, hinzu kommen weitere Phase-3-Programme. Besonderes Augenmerk gilt dem gemeinsam mit Bristol Myers Squibb entwickelten Antikörper Pumitamig (BNT327). Bereits veröffentlichte Zwischenanalysen bei verschiedenen Krebsarten lieferten ermutigende Hinweise auf eine Anti-Tumor-Wirkung, endgültige Phase-3-Ergebnisse stehen jedoch weiterhin aus.

Ergänzend sorgt die starke Finanzposition dafür, dass BioNTech seine Forschungsprogramme unabhängig vorantreiben kann. Auch Spekulationen über ein mögliches Interesse von Moderna an deutschen Produktionsstandorten unterstreichen, dass die strategischen Vermögenswerte des Unternehmens weiterhin Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Analysten sehen trotz der offenen Fragen weiterhin erhebliches Potenzial. Je nach Institut liegen die Kursziele wie oben beschrieben in anderen Sphären, was vor allem auf die langfristigen Chancen der Onkologieprogramme zurückgeführt wird. Gleichzeitig bleibt das Risiko bestehen, dass schwächere Studienergebnisse oder Verzögerungen bei Zulassungsverfahren die Erwartungen dämpfen könnten.

Damit dürfte sich die Bewertung der Aktie in den kommenden Quartalen vor allem an einem Punkt entscheiden: Gelingt es BioNTech, die vielversprechenden Zwischenergebnisse in belastbare Phase-3-Daten und schließlich in Zulassungen zu überführen, könnte dies den nächsten Entwicklungsschritt des Unternehmens einleiten. Aktuell ist die Aktie technisch im denkbar saubersten Seitwärtsprozess.