Bei BioNTech treffen derzeit eine schwächere Gegenwart und eine finanziell gut ausgestattete Zukunftsperspektive aufeinander. Das zeigt sich auch an den Kursen. Am Mittwoch gewannen die Mainzer zwar in etwa 0,7 %, bleiben aber mit 80,97 Euro in einem eindeutigen Seitwärtstrend. Analysten erwarten indes sehr viel höhere Kursziele, auch wenn die Zeiten sich gewandelt haben.

Der Umsatz des Unternehmens schrumpft mit dem Rückgang des COVID-19-Geschäfts deutlich, gleichzeitig besitzt der Konzern weiterhin ein außergewöhnlich großes finanzielles Polster für die Entwicklung neuer Medikamente. Analysten sind hier indes klar positioniert.

Einfach kaufen: BioNTech

Berenberg hält an seiner Kaufempfehlung fest, hat das Kursziel allerdings von 140 auf 132 US-Dollar gesenkt. Morgan Stanley bleibt ebenfalls bei „Overweight“ und reduzierte seine Zielmarke von 126 auf 119 US-Dollar. Bernstein nimmt dagegen eine neutrale Position ein. Die unterschiedlichen Einschätzungen zeigen, dass die Bewertung inzwischen stark von der Frage abhängt, wie die Pipeline und insbesondere die Onkologieprogramme eingeschätzt werden.

Auch charttechnisch befindet sich das Papier in keiner eindeutigen Ausgangslage. Denn die Notierungen bewegen sich unterhalb der so genannten 200-Tage-Linie bei rund 84 Euro. Gleichzeitig liegt der Kurs weiterhin deutlich über dem 52-Wochen-Tief. Die Börse wartet damit auf neue fundamentale Impulse, die eine klarere Richtung vorgeben könnten.

Daher ist doch noch einmal der Blick auf die Zahlen maßgeblich und wichtig.

Eine wichtige Stütze des Konzerns bleibt die Bilanz. Zum Ende des zweiten Quartals beliefen sich liquide Mittel und Investments auf rund 16,6 Milliarden Euro. BioNTech kann damit seine Forschungsprogramme auch in einer Phase finanzieren, in der die laufenden Einnahmen aus dem COVID-Geschäft zurückgehen. Darüber hinaus läuft ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1 Milliarde US-Dollar. Im zweiten Quartal wurden bereits 1.693.056 ADS zu durchschnittlich 89,50 US-Dollar erworben.

Weitere finanzielle Unterstützung ist ebenfalls absehbar. Von Bristol Myers Squibb erwartet BioNTech im dritten Quartal eine Zahlung von 613 Millionen Euro. Zudem wurde ein an die XFG-Variante angepasster COVID-19-Impfstoff für die Saison 2026/2027 in Europa zugelassen. Ob das Präparat allerdings einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung des früheren Impfstoffgeschäfts leisten kann, bleibt angesichts der rückläufigen COVID-Nachfrage offen.

Analysten sind wie oben beschrieben zuversichtlich. Hier geht es für die Schätzungen in den dreistelligen Bereich!