Der Mainzer Impfstoffhersteller vollzieht einen tiefgreifenden Strategiewechsel in der Krebsforschung. Während das einstige Aushängeschild der mRNA-Technologie in klinischen Studien zunehmend auf Hürden stößt, rückt eine andere Wirkstoffklasse in den Mittelpunkt. Erste Daten zu neuen Antikörper-Therapien zeigen vielversprechende Ergebnisse und definieren die Pipeline des Unternehmens neu.
Ursprünglich sollte der personalisierte mRNA-Krebsimpfstoff Autogene Cevumeran (BNT122) den Onkologie-Bereich anführen. In der Praxis häufen sich allerdings die Rückschläge für das gemeinsam mit Roche entwickelte Projekt. Bei einer Phase-2-Studie zu Darmkrebs wurde kürzlich bei einer Zwischenanalyse die Grenze der Aussichtslosigkeit erreicht. Zwar läuft die Untersuchung bis zur finalen Auswertung weiter, ein endgültiges Ergebnis verschiebt sich wegen zu weniger auswertbarer Ereignisse nun von 2026 auf 2027. Bereits zuvor hatte der Kandidat bei der Behandlung von schwarzem Hautkrebs enttäuscht.
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Pumitamig rückt in den Fokus
Ganz anders entwickelt sich die Lage bei Pumitamig (BNT327). Der zusammen mit Bristol Myers Squibb entwickelte bispezifische Antikörper liefert handfeste Argumente für die Neuausrichtung. In einer weltweiten Phase-2-Studie zu kleinzelligem Lungenkrebs erreichte die Kombination aus Pumitamig und Chemotherapie eine objektive Ansprechrate von 76,3 Prozent. Auch bei dreifach negativem Brustkrebs fielen die Zwischenergebnisse mit einer Ansprechrate von über 60 Prozent positiv aus. Diese Erfolge untermauern die Partnerschaft mit Bristol Myers Squibb, die Meilensteinzahlungen von bis zu 7,6 Milliarden US-Dollar in Aussicht stellt.
Volle Kassen für die Forschung
Um die breite klinische Entwicklung zu finanzieren, greift das Management auf gewaltige Reserven von 17,24 Milliarden Euro (Stand Ende 2025) zurück. Dieses Polster ist entscheidend, da die Umsätze mit COVID-19-Impfstoffen weiter sinken. Für das laufende Jahr 2026 plant das Unternehmen mit folgenden Eckdaten:
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- Erwarteter Umsatz: 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro
- Forschungs- und Entwicklungskosten: 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro
- Vertriebs- und Verwaltungskosten: 700 bis 800 Millionen Euro
An der Börse wird dieser kostenintensive Übergangsprozess genau beobachtet. Die Aktie notiert aktuell bei 82,00 Euro und hat damit auf Sicht von zwölf Monaten rund neun Prozent an Wert verloren.
Das hohe Forschungsbudget fließt in eine massive Ausweitung der späten Studienphasen. Allein im Jahr 2026 sollen sechs neue Phase-3-Studien starten, womit die Gesamtzahl auf 15 anwächst. Zum Vergleich: Anfang 2025 waren es lediglich zwei. Damit rückt BioNTech in die Nähe des Branchenprimus Roche, der aktuell 18 fortgeschrittene Onkologie-Programme vorweist. Der weitere Weg ist zeitlich klar definiert: Bis 2030 plant das Unternehmen mindestens 17 Daten-Readouts aus späten Studienphasen, um sich als breit aufgestellter Onkologie-Konzern am Markt zu etablieren.
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