Im Zuge von Gewinnmitnahmen im Sektor für mRNA-basierte Krebstherapien verzeichnete die BioNTech-Aktie heute ein Minus von 2,2 Prozent auf 78,65 Euro. Medienberichten zufolge gerieten die Anteilscheine des Branchenkollegen Moderna nach einer vorangegangenen Rallye spürbar unter Abgabedruck.
BioNTech gab im breiteren mRNA-Umfeld am selben Tag ebenfalls nach, wenngleich die Kursverluste moderater ausfielen. Für den Mainzer Konzern verstärkt diese Branchenstimmung eine ohnehin von Zurückhaltung geprägte Handelswoche.
Kurszielanpassung nach klinischen Daten
Auf die jüngsten Unternehmensmeldungen reagierte am 14. Oktober das Analysehaus Canaccord Genuity. Die Experten senkten das Kursziel für die Aktie von $136 auf $132, beließen ihre Einstufung jedoch auf „Buy“.
Als Begründung führten die Analysten die Ergebnisse zum progressionsfreien Überleben bei dem Wirkstoffkandidaten BNT113 an. Zugleich verwiesen sie darauf, dass die Bewertung des Gesamtüberlebens in der laufenden Untersuchung weiterhin ausstehe.
Die Anpassung spiegelt das Ringen des Marktes um die Bewertung der Onkologie-Pipeline wider. Während Rückschläge bei einzelnen Endpunkten die kurzfristige Stimmung dämpfen, bleibt das langfristige Potenzial der Plattformen für Beobachter ein zentraler Bewertungsfaktor.
Klinischer Rückschlag bei BNT113
Den Hintergrund für die verhaltene Marktstimmung bildet die Phase-2/3-Studie AHEAD-MERIT. Darin wurde die Kombination aus BNT113 und Pembrolizumab im Vergleich zu Pembrolizumab allein untersucht.
Wie das Unternehmen und die Nachrichtenagentur Reuters mitteilten, konnte die Kombinationstherapie keine statistisch signifikante Verbesserung beim progressionsfreien Überleben nachweisen und verfehlte damit den ersten dualen primären Endpunkt. Die klinische Studie wird jedoch fortgeführt, um den Einfluss auf das Gesamtüberleben der Patienten zu ermitteln.
Die Meldung hatte den Kurs bereits belastet und zu Verkäufen im Handel geführt. Auf Sicht von sieben Tagen verzeichnet die Aktie einen Rückgang von 9,1 Prozent.
Automatisierte Verkäufe durch den Unternehmenschef
Zusätzliche Aufmerksamkeit erregten Einreichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC zu Transaktionen von BioNTech-Chef Ugur Sahin. Die Pflichtmitteilungen wiesen Verkäufe von Stammaktien aus, die über einen vorab eingerichteten Handelsplan nach Rule 10b5-1 abgewickelt wurden. Solche Pläne dienen dazu, Verkäufe von Führungskräften über feste Parameter im Voraus festzulegen und Transaktionen unabhängig von tagesaktuellen Ereignissen auszuführen.
Für Anleger richtet sich der Blick nach den jüngsten Schwankungen auf die kommenden Schritte in der klinischen Entwicklung. Vor allem die weiteren Daten zum Gesamtüberleben aus der AHEAD-MERIT-Studie dürften darüber entscheiden, wie sich die Perspektiven für BNT113 künftig darstellen.
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