Die Gründer wollen gehen, die Details bleiben im Dunkeln. Bei BioNTech sorgt vor allem die Frage für Unruhe, wie die mRNA-Werte zwischen dem Konzern und dem neuen Unternehmen Arife aufgeteilt werden. Kritik kommt nun auch von Aktionärsseite.
Aufteilung der Vermögenswerte bleibt offen
Özlem Türeci und Uğur Şahin wollen bis zum 31. Dezember mit Arife an den Start gehen. Ursprünglich sollte die Öffentlichkeit bis zum 30. Juni erfahren, wie Patente und Vermögenswerte zwischen beiden Seiten verteilt werden. Konkrete Angaben fehlen bis heute.
Bernd Förtsch, Herausgeber des AKTIONÄR und selbst BioNTech-Aktionär, spricht von einem unhaltbaren Zustand. Die Gründer vertreten aus seiner Sicht beide Seiten, obwohl Arife technologisch ähnlich ausgerichtet sein soll. Das sei ein offensichtlicher Interessenkonflikt. Er fordert, die Gründer früher von ihren Vorstandsaufgaben zu entbinden und einen neuen Vorstand zu suchen.
Zudem verlangt Förtsch einen Drittvergleich: Ein Sonderausschuss des Aufsichtsrats solle eine Investmentbank oder einen unabhängigen Berater beauftragen, bevor irgendeine verbindliche Vereinbarung entsteht. Er spricht von einem Related-Party-Deal und verlangt eine echte Fairness Opinion.
Bewertet werden müssten nicht nur Patente und Forschungsprogramme, sondern auch Mitarbeiter und das über Jahre aufgebaute Know-how. Die Großaktionäre Andreas und Thomas Strüngmann nimmt er ausdrücklich in die Pflicht.
Operativ unter Druck
Parallel dazu schließt BioNTech Standorte, darunter die CureVac-Werke, und baut Stellen ab. Förtsch sieht keinen klaren Plan. Dabei liegen im Konzern 16,6 Milliarden Euro an Barmitteln. Kurzlaufende US-Anleihen würden darauf bei über vier Prozent Rendite rund 700 Millionen Euro im Jahr abwerfen.
Der Kontrast zu Moderna fällt deutlich aus. Dessen Aktie hat sich laut Förtsch seit Mitte August mehr als verdreifacht, während BioNTech nach dem Absturz der Corona-Jahre überwiegend seitwärts läuft.
Was der Markt einpreist
Die Marktkapitalisierung beträgt rund 21,8 Milliarden Euro. Zieht man die Barmittel ab, bleiben gut 5 Milliarden Euro für den restlichen Konzern. Förtsch hält die Onkologie- und mRNA-Aktivitäten für deutlich mehr wert. Aus seiner Sicht ist bereits viel Negatives im Kurs.
Er glaubt nicht, dass der Aufsichtsrat einer Abspaltung zustimmt. Blieben die Gründer an Bord, käme nach seiner Einschätzung Sicherheit in den Kurs zurück. Bis zum 31. Dezember läuft die Frist, in der die Aufteilung geklärt sein soll.
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