Verfehltes Zwischenziel belastet den Kurs

Am Freitag verzeichnete die Aktie von BioNTech einen Tagesverlust von 3,0 Prozent und schloss bei 78,05 Euro. Als wesentlicher Grund für diese Abgaben gilt ein Rückschlag in der klinischen Forschung. Die Papiere gerieten unter Druck, nachdem das Unternehmen das Verfehlen eines zentralen Studienziels bekanntgegeben hatte.

Hintergrund der Entwicklung sind die Resultate aus der Phase-2/3-Studie AHEAD-MERIT. Darin untersucht das Unternehmen die Wirkstoffkombination aus BNT113 und Pembrolizumab. Wie BioNTech am Dienstag mitteilte, verfehlte die Prüfung ihren ersten dualen primären Endpunkt. Beim progressionsfreien Überleben zeigte sich keine statistisch signifikante Verbesserung gegenüber der alleinigen Gabe von Pembrolizumab.

Gesamtüberleben bleibt weiterhin im Test

Das Studienprogramm ist mit diesem Zwischenergebnis allerdings nicht beendet. Die Untersuchung läuft weiter, um die Auswirkungen auf das Gesamtüberleben der teilnehmenden Patienten zu erfassen. Für das Unternehmen bedeutet der verfehlte Zwischenschritt dennoch eine spürbare Verzögerung der ursprünglichen Erwartungen an diesen Ansatz.

Analysten korrigieren das Kursziel

Die Nachricht veranlasste Marktbeobachter zu einer Neubewertung der Aussichten. Am Mittwoch senkte das Analysehaus Canaccord Genuity das Kursziel für BioNTech von 136 $ auf 132 $. Die Einstufung beließen die Experten auf „Buy“.

Der zuständige Analyst begründete diesen Schritt mit einer Überarbeitung des Bewertungsmodells nach den Daten zu BNT113. Das verfehlte Signifikanzziel beim progressionsfreien Überleben floss direkt in die neuen Berechnungen ein. Die fortgesetzte Prüfung des Gesamtüberlebens bleibt in den Annahmen des Hauses jedoch weiterhin verankert.

Aktienverkauf aus der Führungsetage

Neben den Studiendaten gab es auch eine Meldung zu Transaktionen aus der Chefetage. Nach Angaben der US-Börsenaufsicht SEC veräußerte BioNTech-CEO Ugur Sahin 36.209 Aktien des Unternehmens. Die Transaktion erfolgte über einen vorab vereinbarten Handelsplan nach der Regel Rule 10b5-1, der Verkäufe nach festen Vorgaben automatisch abwickelt.

Nach den jüngsten Verlusten beträgt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch inzwischen -26 Prozent. Das verfehlte Zwischenziel der AHEAD-MERIT-Studie prägte die Stimmung zum Wochenausklang deutlich, während die weiteren Daten zum Gesamtüberleben den nächsten wichtigen Bezugspunkt bilden.