Die Mainzer Biotech-Schmiede treibt den Umbau vom Impfstoffhersteller zum Onkologie-Konzern voran. Jüngste Studiendaten zu einem neuen Krebsmedikament zeigen nun eine deutliche Überlegenheit gegenüber bisherigen Standardtherapien. Die Wall Street reagiert umgehend mit einer angepassten Bewertung.
Überzeugende Studiendaten
Verantwortlich für den jüngsten Optimismus sind die Ergebnisse der Phase-2-Studie für den Wirkstoffkandidaten T-Pam. Bei der Behandlung von fortgeschrittenem Gebärmutterschleimhautkrebs erzielte das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) eine Ansprechrate von 47,9 Prozent. Ein massiver Sprung. Die gängige Chemotherapie kommt in dieser Patientengruppe lediglich auf rund 15 Prozent. Auch das mediane progressionsfreie Überleben verdoppelte sich nahezu von vier auf 8,1 Monate.
In einer speziellen Untergruppe von Patienten, die zuvor bereits mit Checkpoint-Inhibitoren behandelt wurden, lag die Ansprechrate sogar bei 49,3 Prozent. An der Börse honorierten Anleger diese Fortschritte zuletzt. Auf Wochensicht verzeichnet das Papier ein Plus von gut acht Prozent und ging am Montag bei 84,25 Euro aus dem Handel. Damit nähert sich der Kurs der wichtigen 50-Tage-Linie bei rund 85 Euro an.
Strategischer Brückenkopf
Die Analysten von BofA Securities bestätigten am Montag ihre Kaufempfehlung und hoben das Kursziel leicht von 128 auf 130 US-Dollar an. Zwar gilt der Markt für diese spezifische Krebsart als kommerziell überschaubar. Die Experten werten eine mögliche Zulassung jedoch als entscheidenden Türöffner. BioNTech könnte damit die nötige Vertriebsinfrastruktur für zukünftige, weitaus größere Onkologie-Märkte aufbauen. Der Zulassungsantrag ist noch für das laufende Kalenderjahr 2026 geplant.
Die detaillierten Studienergebnisse wird das Management in Kürze auf der Jahreskonferenz der Society of Gynecologic Oncology in Puerto Rico präsentieren. Parallel dazu läuft bereits die weltweite Phase-3-Studie Fern-EC-01, die T-Pam direkt mit der Standard-Chemotherapie vergleicht und die Basis für die angestrebte Marktzulassung bilden soll.
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