Während die BioNTech Aktie am Freitag um rund 1 % auf nur noch 84,20 Euro fiel und dennoch innerhalb einer Woche 6,93 % gewann, richtet sich der Blick inzwischen deutlich stärker auf die Medikamentenpipeline als auf das auslaufende Covid Geschäft. Der Kursanstieg fällt noch immer mit einer Reihe neuer Entwicklungen in der Krebsforschung zurück und dokumentiert die Hoffnung in diesem Segment.

BioNTech baut seine Onkologieprogramme weiter aus. Nach Unternehmensangaben laufen inzwischen 13 zulassungsrelevante Studien. Bis zum Jahresende soll die Zahl auf 15 Phase 3 Programme steigen. Gemeinsam mit Bristol Myers Squibb wurden zuletzt fünf weitere Studien zum Wirkstoff Pumitamig gestartet. Parallel entwickelt BioNTech Programme wie Gotistobart für Lungenkrebs sowie BNT113 gegen Kopf-Hals-Tumoren. Der Durchschnitt der Analysten sieht deshalb weiterhin Kursziele von mehr als 100 Euro, machen weitere Bewertungssteigerungen jedoch ausdrücklich von erfolgreichen Studienergebnissen und späteren Zulassungen abhängig.

BioNTech: Das sollte doch was werden!?

Die finanzielle Ausstattung verschafft dem Unternehmen dabei erheblichen Spielraum. Nach den zuletzt veröffentlichten Daten verfügt BioNTech über liquide Mittel und Wertpapiere zwischen 16,8 und 17,2 Milliarden Euro. Im ersten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 118 Millionen Euro, gleichzeitig fiel ein Nettoverlust von 532 Millionen Euro an. Die hohen Forschungsausgaben spiegeln den Schwerpunkt auf die Entwicklung neuer Krebsmedikamente wider. Zusätzlich läuft ein Aktienrückkaufprogramm über 1 Milliarde US Dollar, das bis zu rund 10 % des Grundkapitals umfassen kann.

Charttechnisch arbeitet sich die Aktie gleichzeitig an wichtige Widerstände heran. Aber noch sind z. B. 90 Euro nicht deutlich genug überwunden. Rund 100 Euro wären hier sicher das Ziel.