BioNTech startet mit einer juristischen Offensive in den März 2026. Kurz vor der Veröffentlichung der Jahreszahlen hat das Mainzer Unternehmen den US-Konkurrenten Moderna wegen Patentverletzung verklagt. Während die Einnahmen aus dem Covid-Geschäft schwinden, soll dieser Schritt offenbar die Marktposition absichern, bevor der strategische Schwenk zur Krebsforschung Früchte trägt.

Streit um Impfstoff-Technologie

Der juristische Konflikt zwischen den beiden mRNA-Pionieren erreicht eine neue Eskalationsstufe. BioNTech hat beim Bundesgericht in Delaware Klage eingereicht und wirft Moderna vor, mit dem neuen Covid-Impfstoff mNEXSPIKE Patente zu verletzen. Der Vorwurf wiegt schwer: Moderna nutze unerlaubt eine Technologie, die eine effizientere Dosierung ermöglicht.

Für Moderna steht viel auf dem Spiel. Finanzunterlagen zufolge soll mNEXSPIKE in der aktuellen Saison mehr als die Hälfte der Covid-Impfstoffverkäufe des US-Konzerns ausmachen. BioNTech fordert nun Schadensersatz für diese vermeintliche Nutzung ihrer geistigen Eigentumsrechte. Marktbeobachter werten dies als Versuch, die eigenen Forschungsleistungen in einem schrumpfenden Markt aggressiver zu monetarisieren.

Warten auf die Zahlen

Die Klage erfolgt nur wenige Tage vor einem wichtigen Termin für Aktionäre: Am 10. März 2026 wird BioNTech die Bücher für das abgelaufene Geschäftsjahr öffnen. Die Ausgangslage ist solide, aber herausfordernd. Zum Jahresende 2025 verfügte das Unternehmen über liquide Mittel und Wertpapieranlagen in Höhe von 17,2 Milliarden Euro.

Dieses Polster ist notwendig, denn das operative Umfeld wird rauer. Für 2026 rechnen die Mainzer mit einem Rückgang der Erlöse aus dem Impfstoff Comirnaty. Gründe sind veränderte Impfempfehlungen in den USA und der Übergang von staatlichen Großaufträgen hin zum privaten Markt. Trotz eines Kurszuwachses von rund 12 Prozent seit Jahresbeginn spiegelt die jüngste Volatilität die Unsicherheit der Anleger über die zukünftigen Einnahmequellen wider.

Transformation zur Onkologie

Um die Abhängigkeit vom Covid-Geschäft zu beenden, forciert das Management den Umbau zu einem breit aufgestellten Krebsmedikamenten-Hersteller. Bis Ende 2026 plant das Unternehmen den Start von 15 Phase-3-Studien. Unterstützt wird dieser Kurs durch die kürzlich abgeschlossene Übernahme von CureVac und die Ernennung von Kylie Jimenez zur neuen Personalvorständin, die die globale Talentstrategie für diese Expansion leiten soll.

Das Management hat klar kommuniziert, dass 2026 ein reines Investitionsjahr bleibt. BioNTech erwartet im laufenden Jahr noch keine Umsätze aus Onkologie-Produkten. Der Fokus liegt vollständig auf der klinischen Entwicklung und dem Sammeln von Studiendaten, die über die langfristige Bewertung der Aktie entscheiden werden.