Abgebrochene Studie, gesenktes Kursziel — und trotzdem steigt die Aktie. BioNTech hatte diese Woche gleich zwei unangenehme Nachrichten zu verdauen, die das ohnehin schwierige COVID-Impfstoffgeschäft weiter belasten. Dass der Kurs am Freitag dennoch um 4,26 Prozent auf 88,88 Dollar zulegte, sagt einiges über die Erwartungen des Marktes aus.
Studienabbruch mit Folgen für den Herbst
Pfizer und BioNTech haben eine große US-Studie mit ihrem aktualisierten COVID-19-Impfstoff für Erwachsene zwischen 50 und 64 Jahren gestoppt. Das Ziel war, zwischen 25.000 und 30.000 Teilnehmer zu rekrutieren — doch die Zahlen blieben weit dahinter zurück. Ab dem 3. April wird die Überwachung auf COVID-Erkrankungen bei allen Studienteilnehmern eingestellt.
Der Hintergrund: Die FDA hatte die Zulassungsanforderungen für diese Altersgruppe verschärft und großangelegte, placebokontrollierte Studien verlangt. Das Problem dabei ist struktureller Natur. Mehr als 80 Prozent der potenziellen Teilnehmer scheitern bereits beim Vorscreening, weil sie Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes haben — die FDA schließt solche Personen aus der Studie aus. Sinkende Infektionsraten und nachlassendes öffentliches Interesse an Auffrischungsimpfungen erschweren die Rekrutierung zusätzlich.
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Strategisch ist der Abbruch heikel: Im Mai trifft sich der Beratungsausschuss der FDA, um die Virusstamm-Auswahl für die Herbstsaison zu empfehlen. Die fehlenden Studiendaten könnten die Zulassungssituation für gesunde Erwachsene unter 65 Jahren weiter verzögern — eine Altersgruppe, für die aktuell kein COVID-Impfstoff eine vollständige FDA-Zulassung besitzt.
Analysten senken Ziele, bleiben aber konstruktiv
H.C. Wainwright hat sein Kursziel für BioNTech von 140 auf 130 Dollar gesenkt und dabei die Gewinnschätzungen für das laufende Jahr deutlich nach unten korrigiert. Der erwartete Verlust je Aktie für 2026 liegt nun bei –4,57 Dollar, nach zuvor –3,63 Dollar. Die Begründung: schwächere Umsatzerwartungen im Impfstoffgeschäft. Das Kaufrating behält die Bank dennoch bei und hebt die Schätzung für das dritte Quartal 2026 auf 0,69 Dollar je Aktie an — ein Hinweis darauf, dass die Analysten im Jahresverlauf eine Erholung erwarten.
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BMO Capital hat sein Kursziel ebenfalls gesenkt, von 143 auf 128 Dollar. Auslöser war der angekündigte Abgang von CEO Uğur Şahin und Chief Medical Officer Özlem Türeci, die gemeinsam ein neues mRNA-Unternehmen gründen wollen. Canaccord Genuity bleibt optimistischer und bekräftigte Mitte März ein Kaufrating mit einem Kursziel von 171 Dollar.
Solide Bilanz als Puffer
Trotz der operativen Unsicherheiten steht BioNTech finanziell stabil da. Das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital liegt bei rund 0,01, die Liquiditätskennzahlen sind mit einem Current Ratio von etwa 7,54 komfortabel. Das gibt dem Unternehmen Zeit, die Transformation weg vom COVID-Geschäft hin zur Onkologie voranzutreiben.
Am 15. Mai 2026 findet die virtuelle Hauptversammlung statt. Auf der Agenda steht neben der Vorlage des Jahresabschlusses 2025 auch die Erweiterung des Aufsichtsrats — zwei neue Mitglieder mit Expertise in Onkologie und klinischer Entwicklung sollen hinzukommen. Das unterstreicht die strategische Neuausrichtung, deren erste klinische Datenpunkte im weiteren Jahresverlauf erwartet werden.
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