BioNTech rückt von der gestoppten Darmkrebs-Studie ab und lenkt den Blick auf sein Lungenkrebs-Programm. Das Unternehmen kündigte an, im September in Seoul neue klinische Daten vorzustellen – ein Termin, der für Anleger zum nächsten wichtigen Katalysator werden dürfte.

Neue Daten aus Seoul angekündigt

BioNTech teilte mit, vom 12. bis 15. September auf der IASLC 2026 World Conference on Lung Cancer in Seoul aktualisierte Daten aus seinem Lungenkrebs-Programm zu präsentieren. Dazu zählen aktualisierte Überlebensdaten zum Wirkstoff Gotistobart sowie erste Lungenkrebs-Daten zur Kombination aus Pumitamig und Elfetabart Drozuntecan.

Nach eigenen Angaben umfasst das Lungenkrebs-Programm des Unternehmens mehr als 16 laufende klinische Studien, darunter fünf Phase-3-Studien und zwei Kombinationsstudien mit neuartigen Wirkstoffpaaren. Damit setzt BioNTech einen deutlichen Schwerpunkt auf die Onkologie jenseits des ursprünglichen Impfstoffgeschäfts.

Der Rückzug aus der Darmkrebs-Studie BNT122-01 am vergangenen Montag hatte die Anleger zunächst verunsichert, die Aktie hat sich seither aber bereits um 1,4 Prozent erholt.

Der Fokus auf das Lungenkrebs-Programm signalisiert, dass BioNTech seine onkologische Pipeline breiter aufstellt, statt sich von einem einzelnen Rückschlag ausbremsen zu lassen. Parallel bleibt eine weitere Phase-2-Studie zum selben Darmkrebs-Wirkstoff autogene cevumeran bei Bauchspeicheldrüsenkrebs nach Unternehmensangaben planmäßig bestehen.

Impfstoffgeschäft bleibt zweite Säule

Zusätzlichen Rückenwind lieferte am Donnerstag vergangener Woche die US-Zulassungsbehörde FDA, die laut Reuters die aktualisierten COVID-19-Impfstoffe von Pfizer und BioNTech für die Saison 2026/27 freigab.

Ein Beratungsgremium hatte zuvor empfohlen, die Präparate auf die dominante Variante XFG auszurichten. Das Impfstoffgeschäft bleibt damit eine verlässliche zweite Einnahmequelle, während sich das Unternehmen zugleich als Onkologie-Spezialist positioniert.

Die Kombination aus einem laufenden, breit diversifizierten Krebsforschungsprogramm und einem gesicherten Impfstoffgeschäft dürfte Anlegern helfen, den Rückschlag bei der Darmkrebs-Studie einzuordnen.

Reuters hatte im vergangenen Monat berichtet, dass BioNTech gemeinsam mit Genentech den Wirkstoff autogene cevumeran in Studien zu Darm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs untersucht, wobei Ergebnisse zum Darmkrebs für 2027 und zur Bauchspeicheldrüsenkrebs-Studie erst für 2031 erwartet werden. Diese langen Zeithorizonte unterstreichen, warum kurzfristige Studienabbrüche einzelner Indikationen das Gesamtbild nicht zwingend eintrüben müssen – solange die breitere Pipeline, wie sie nun in Seoul präsentiert wird, intakt bleibt.

Für die Aktie, die aktuell bei 88,65 Euro notiert und damit 6,2 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt liegt, dürfte der Termin in Seoul in den kommenden Wochen richtungsweisend sein. Bestätigen sich positive Signale bei Gotistobart und der neuen Wirkstoffkombination, könnte das die zuletzt schwankungsanfällige Kursentwicklung stabilisieren.