BioNTech steckt den Rückschlag beim Darmkrebs-Präparat weg und lenkt den Blick auf die nächste Datenlese: Mitte September präsentiert das Unternehmen in Seoul neue Studienergebnisse aus der Lungenkrebs-Pipeline. Die Ankündigung vom 20. August rückt nun wieder in den Vordergrund, nachdem der Abbruch der Darmkrebs-Studie BNT122-01 am Freitag die Aktie belastet hatte.
Neue Daten aus Seoul im Blick
Auf dem Weltkongress für Lungenkrebs (IASLC WCLC 2026), der vom 12. bis 15. September in Seoul stattfindet, will BioNTech erstmals klinische Daten zur Kombination aus Pumitamig und Elfetabart Drozuntecan vorstellen.
Zusätzlich sind aktualisierte Überlebensdaten zu Gotistobart angekündigt. Für Anleger ist das der nächste konkrete Termin, an dem sich zeigen muss, ob die Onkologie-Pipeline über die zuletzt gescheiterte Darmkrebs-Indikation hinaus trägt.
Der Rückschlag bei Autogene Cevumeran wiegt schwer, weil das Präparat gemeinsam mit Genentech, dem Roche-Partner, entwickelt wurde und als eines der am weitesten fortgeschrittenen personalisierten mRNA-Krebsprogramme galt. Ein unabhängiges Gremium hatte laut Reuters festgestellt, dass die Fortsetzung der Phase-2-Studie keinen Wirksamkeitsnachweis mehr erwarten lasse. Die US-notierten Aktien büßten daraufhin nach Reuters-Angaben 7,5 Prozent ein.
Kursreaktion und Erholungsversuch
Der Kurs der BioNTech-Aktie hat sich seit dem Einbruch am Freitag noch nicht vollständig gefangen: Auf Wochensicht steht ein Minus von 9,0 Prozent zu Buche, während das Papier zuletzt bei 88,15 Euro notierte. Auf Monatssicht bleibt dennoch ein Plus von 12 Prozent bestehen – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Rückgang eine kurzfristige Reaktion auf die Studiennachricht ist und nicht den gesamten Kursverlauf der vergangenen Wochen dominiert.
Für die Lungenkrebs-Pipeline zählt nun vor allem, ob die Daten aus Seoul liefern können, was die Darmkrebs-Studie nicht mehr leisten konnte. Pumitamig und Elfetabart Drozuntecan gehören zu den jüngeren Wirkstoffkombinationen im BioNTech-Portfolio, für die bislang keine Lungenkrebs-Daten öffentlich vorlagen – die Präsentation in Seoul wäre entsprechend die erste dieser Art.
Zulassung als Gegengewicht
Etwas Rückenwind kam zuletzt aus einem anderen Bereich des Geschäfts: Die US-Arzneimittelbehörde FDA erteilte Pfizer und BioNTech die Zulassung für die angepasste COVID-19-Impfstoffformel Comirnaty XFG für die Saison 2026/2027, gerichtet gegen die XFG-Variante.
Zugelassen ist das Präparat für Erwachsene ab 65 Jahren sowie für Risikogruppen im Alter von 5 bis 64 Jahren. Das Geschäft mit COVID-Impfstoffen bleibt damit ein stabilisierender Faktor, während die Onkologie-Pipeline unterschiedlich verläuft – Rückschlag beim Darmkrebs-Programm auf der einen, offene Erwartungen bei Lungenkrebs auf der anderen Seite.
Anleger dürften die kommenden Wochen bis zum Weltkongress in Seoul als Gradmesser nutzen, ob BioNTech sein onkologisches Standbein trotz des jüngsten Dämpfers ausbauen kann. Die Vielzahl paralleler Programme – von COVID-Impfstoffen über Darmkrebs bis Lungenkrebs – zeigt, wie breit das Unternehmen mittlerweile aufgestellt ist, aber auch, wie unterschiedlich die einzelnen Wirkstoffe in der klinischen Prüfung abschneiden.
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