BioNTech weitet seine Krebsforschung auf ein neues Feld aus. Der Antikörper Pumitamig, bislang vor allem in der Lungenkrebsbehandlung erprobt, soll nun auch bei Nierenkrebs getestet werden — in Kombination mit einem Wirkstoff des Biotech-Unternehmens Arcus Biosciences.
Neue Studie in der Nierenkrebsbehandlung
Arcus Biosciences und Bristol Myers Squibb haben eine klinische Zusammenarbeit vereinbart. Im Mittelpunkt steht die Phase-1/2-Studie ROSETTA RCC-208, die sich an Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom richtet. Arcus stellt dafür seinen HIF-2a-Inhibitor Casdatifan bereit. Bristol Myers Squibb übernimmt die Studienleitung. Die Entwicklungs- und Vermarktungsrechte der jeweiligen Wirkstoffe bleiben bei den einzelnen Unternehmen.
Pumitamig ist ein bispezifischer Antikörper, der gleichzeitig PD-L1 und VEGF-A blockiert — also Immuntherapie mit einem anti-angiogenen Ansatz kombiniert. Beim ASCO-Kongress 2026 in Chicago zeigten die Daten für nicht-kleinzelligen Lungenkrebs hohe Ansprechraten. Die Ausweitung auf Nierenkrebs folgt dieser Logik: Wo ein Wirkstoff in einem soliden Tumor überzeugt, prüft BioNTech die Übertragbarkeit auf andere.
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mRNA-Forschung gewinnt an Tiefe
Parallel dazu liefern neue wissenschaftliche Publikationen Rückenwind für die mRNA-Plattform. Ein Review in Nature Reviews Drug Discovery beschreibt den Übergang zu einer zweiten Generation der mRNA-Therapeutika. Klinische Studien diversifizieren sich in Richtung Enzymersatztherapien, genomverändernde Ansätze und fortgeschrittene Krebsimmuntherapien.
Hinzu kommt eine Grundlagenentdeckung aus Köln. Forscher der Universität Köln und des Max-Planck-Instituts für Biologie des Alterns haben in Nature Communications beschrieben, wie die Proteine SMG5 und SMG6 fehlerhafte mRNA gezielt abbauen. Dieser Mechanismus — bekannt als Nonsense-mediated mRNA Decay — ist für die Entwicklung stabiler mRNA-Therapeutika zentral.
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Kurs unter Druck, Pipeline im Aufbau
An der Börse spiegelt sich der Fortschritt in der Pipeline bislang nicht wider. Die BioNTech-Aktie notiert bei 76,40 Euro und hat in den vergangenen zwölf Monaten rund ein Viertel ihres Wertes verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 105,80 Euro trennen den Kurs fast 28 Prozent.
Das Wettbewerbsumfeld bleibt hart. Beim ASCO 2026 präsentierte Revolution Medicines Phase-3-Daten für Bauchspeicheldrüsenkrebs. Das Duo Merck und Moderna veröffentlichte Fünf-Jahres-Überlebensdaten für einen personalisierten mRNA-Impfstoff gegen Melanom. BioNTech setzt dagegen auf bispezifische Antikörper und die Kombination mit mRNA-Ansätzen — eine Strategie, deren klinischer Beweis noch aussteht. Die ROSETTA-Studie wird ein früher Gradmesser sein.
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