BioNTech präsentiert auf dem IASLC-Kongress 2026 in Seoul neue Daten zu seinem Antikörper-Wirkstoff-Kombinationsprogramm bei kleinzelligem Lungenkrebs. Im Zentrum steht die Phase-1b/2-Studie BNT324-01, die den bispezifischen Antikörper Pumitamig mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Elfetabart drozuntecan kombiniert. Für Anleger ist das die eigentliche Nachricht des Tages – nicht die Kursbewegung selbst.
Hohe Ansprechraten bei schwer behandelbarem Krebs
Von 71 auswertbaren Patienten mit Stand 7. Juli 2026 sprachen 70,4 Prozent auf die Kombination an, die Krankheitskontrollrate lag bei 93,0 Prozent. Unter den Patienten wurden eine komplette und 49 partielle Remissionen sowie 16 stabile Erkrankungen dokumentiert.
Besonders bemerkenswert: In der Erstlinienbehandlung erreichte die Ansprechrate 92,3 Prozent, in der Zweitlinie 77,3 Prozent. Selbst bei Patienten, die zuvor bereits eine DLL3-gerichtete Therapie erhalten hatten, sprachen noch 70,0 Prozent an – ein Signal, dass die Kombination auch nach Versagen etablierter Ansätze wirksam bleiben könnte.
Die Sicherheitsdaten, erhoben an 193 Patienten mit Stand 2. Juni 2026, zeigen keine dosislimitierenden Toxizitäten. Behandlungsbedingte Nebenwirkungen traten bei 75,6 Prozent der Patienten auf, schwere Nebenwirkungen ab Grad 3 bei 23,3 Prozent – ein Profil, das für die Onkologie als handhabbar gilt.
Molekularbiologisch untermauern die Daten das klinische Bild: Bei 96 Prozent der Patienten sank die zirkulierende Tumor-DNA, bei 39 Prozent war sie am Ende nicht mehr nachweisbar.
Kleinzelliger Lungenkrebs bleibt eine der schwierigsten Indikationen
Kleinzelliges Lungenkrebs gilt in der Onkologie als besonders aggressiv, mit meist kurzen Ansprechdauern auf Standardtherapien. Ein Kombinationsansatz, der über alle Therapielinien hinweg konsistent hohe Ansprechraten zeigt, adressiert damit einen Markt mit erheblichem medizinischem Bedarf.
Für BioNTech, das seine Pipeline zunehmend über die Impfstoffsparte hinaus auf onkologische Wirkstoffkandidaten ausrichtet, liefert das Programm ein weiteres Argument dafür, dass die Antikörper-Plattform breiter tragfähig ist als bislang am Kapitalmarkt eingepreist.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigte die Aktie darauf noch keine ausgeprägte Reaktion. Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 83,65 Euro, ein Plus von 0,7 Prozent auf Tagessicht. Auf Wochensicht steht dennoch ein Rückgang von 6,4 Prozent zu Buche, während sich der Titel auf Monatssicht mit einem Plus von 3,9 Prozent erholt zeigt.
Der Kurs notiert damit knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 84,08 Euro und dem 200-Tage-Durchschnitt von 84,16 Euro – ein Bild seitwärts gerichteter Konsolidierung, das die klinischen Fortschritte bislang nicht widerspiegelt.
Für Anleger dürfte entscheidend sein, ob sich die frühen Ansprechraten aus Seoul in größeren, randomisierten Studien bestätigen lassen. Bis dahin bleibt Pumitamig ein Pipeline-Baustein mit Perspektive, aber ohne unmittelbaren Kurstreiber.
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