BioNTech Aktie: Studie gescheitert, Zukunft offen

Eine große US-Studie zu Comirnaty wurde mangels Teilnehmern gestoppt, was die Zulassung für eine Altersgruppe verzögert. BioNTech fokussiert sich nun auf die Onkologie-Pipeline.

BioNTech Aktie
Kurz & knapp:
  • Klinische Studie zu Comirnaty vorzeitig beendet
  • Fehlende Daten verzögern FDA-Zulassung
  • Umsatzrückgang im COVID-Geschäft erwartet
  • Fokus liegt auf Onkologie-Pipeline und Hauptversammlung

Ein wichtiger klinischer Meilenstein ist geplatzt: Pfizer und BioNTech haben eine große US-Studie zu ihrem COVID-Impfstoff Comirnaty vorzeitig gestoppt. Nicht wegen Sicherheitsproblemen — sondern weil schlicht zu wenige Probanden gefunden wurden. Das hat Folgen, die weit über einen einzelnen Studienabbruch hinausgehen.

Warum die Studie scheiterte

Die Studie richtete sich an gesunde Erwachsene zwischen 50 und 64 Jahren und sollte 25.000 bis 30.000 Teilnehmer einschließen. Erreicht wurde dieses Ziel nie. Zum einen verlief die COVID-Saison schwächer als erwartet. Zum anderen stellten strenge Einschlusskriterien der FDA eine hohe Hürde dar: Teilnehmer durften keine chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes haben. Laut einem Vertreter einer beteiligten Auftragsforschungsorganisation scheiterten mehr als 80 Prozent der Interessenten bereits beim Vorscreening. Am 6. März wurde die Einschreibung geschlossen, am 3. April die Überwachung auf COVID-Erkrankungen eingestellt.

Die regulatorischen Konsequenzen sind erheblich. Derzeit ist kein COVID-Impfstoff für gesunde Erwachsene zwischen 50 und 64 Jahren vollständig von der FDA zugelassen — Comirnaty eingeschlossen. Ohne die fehlenden Studiendaten dürfte auch eine Zulassung für diese Altersgruppe vorerst ausbleiben. Der frühere FDA-Chefwissenschaftler Jesse Goodman formulierte es direkt: Ohne die Daten werde es wohl keine Präsentation vor dem Beratungsausschuss geben — und ohne Präsentation keine spezifische Zulassung.

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Der Umbau läuft, aber die Lücke bleibt

Für BioNTech bestätigt der Studienabbruch, was die eigenen Prognosen ohnehin schon zeigen: Das COVID-Geschäft schrumpft. Nach einem moderaten Umsatzwachstum von vier Prozent im Jahr 2025 erwartet das Unternehmen für 2026 einen Rückgang von rund 25 Prozent — auf Erlöse zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro. Hinzu kommt ein Nettoverlust von 1,14 Milliarden Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr.

Finanziell ist BioNTech dennoch komfortabel aufgestellt. Mit einer Liquiditätsreserve von rund 17,2 Milliarden Euro zum Jahresende 2025 verfügt das Unternehmen über genug Spielraum, um den strategischen Wandel zu finanzieren. Im Mittelpunkt steht die Onkologie-Pipeline mit Kandidaten wie dem Anti-CTLA-4-Antikörper Gotistobart, dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat BNT323 und dem bispezifischen Molekül BNT327. Kommerzielle Umsätze aus diesem Bereich sind für 2026 allerdings noch nicht eingeplant.

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Hauptversammlung im Mai als nächster Fixpunkt

Am 15. Mai 2026 hält BioNTech seine Hauptversammlung ab — virtuell, ohne physische Teilnahme. Auf der Agenda stehen unter anderem die Erweiterung des Aufsichtsrats von sechs auf acht Mitglieder sowie die Wahl zweier neuer Spezialisten aus den Bereichen Onkologie und klinische Entwicklung. Außerdem soll eine neue Kapitalermächtigung über bis zu 129,5 Millionen Euro — entsprechend 50 Prozent des aktuellen Grundkapitals — verabschiedet werden. Der gesamte Bilanzgewinn 2025 von rund 6,9 Milliarden Euro soll vorgetragen werden.

Parallel laufen 2026 mehrere spätklinische Studien aus der Onkologie-Pipeline auf klinische Datenpunkte zu. An diesen Ergebnissen wird sich zeigen, ob der Umbau von BioNTech mehr ist als ein strategisches Versprechen.

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