BioNTechs Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Trastuzumab Pamirtecan hat in einer Phase-2-Studie überzeugende Ergebnisse bei Gebärmutterkrebs geliefert. Das ist deshalb bemerkenswert, weil die bisherige Standardchemotherapie in dieser Indikation nur eine Ansprechrate von rund 15 Prozent erreicht.

Starke Wirksamkeit auch bei niedrigerer HER2-Expression

Im Mittelpunkt der heute auf dem SGO-Jahreskongress in San Juan präsentierten Daten steht eine Kohorte von 145 stark vorbehandelten Patientinnen. Bei denjenigen mit zentraler HER2-Testung betrug die bestätigte objektive Ansprechrate knapp 48 Prozent — deutlich besser als der aktuelle Behandlungsstandard. Besonders hervorzuheben: Das Medikament zeigte Wirksamkeit selbst bei Patientinnen mit niedrigem HER2-Expressionsniveau (IHC1+), wo die Ansprechrate immerhin 33,9 Prozent erreichte. Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 8,1 Monaten, die mittlere Ansprechdauer bei 10,3 Monaten.

Das ist klinisch bedeutsam, weil viele herkömmliche HER2-gerichtete Therapien gerade bei geringer HER2-Expression kaum wirken. Trastuzumab Pamirtecan scheint diese Hürde zu überwinden — und zwar unabhängig davon, ob Patientinnen zuvor eine Checkpoint-Inhibitor-Therapie erhalten hatten.

Zulassungsantrag noch für 2026 geplant

Das Sicherheitsprofil des Kandidaten wird als beherrschbar eingestuft. Schwerwiegende Nebenwirkungen vom Grad 3 oder höher traten bei knapp 47 Prozent der Patientinnen auf, schwere Lungenentzündungen bei unter 5 Prozent — beides im Rahmen dessen, was für diese Wirkstoffklasse bekannt ist.

Bereits 2023 erhielt Trastuzumab Pamirtecan von der FDA sowohl den Fast-Track- als auch den Breakthrough-Therapy-Status für Gebärmutterkrebs. BioNTech und sein Partner DualityBio wollen noch 2026 einen Zulassungsantrag bei der FDA einreichen, sofern die Behörde grünes Licht für das weitere Vorgehen gibt. Parallel läuft die Phase-3-Bestätigungsstudie Fern-EC-01. Zusätzlich wird der Kandidat in der Brustkrebsstudie DYNASTY-Breast02 erprobt, die bereits vollständig rekrutiert ist und noch in diesem Jahr erste Ergebnisse liefern soll.