Die Milliarden aus dem Corona-Geschäft schwinden. Jetzt muss BioNTech beweisen, dass die Zukunft in der Krebstherapie liegt. In den kommenden Wochen prasseln wichtige Daten auf Investoren ein. Der Auftakt erfolgt Anfang Mai mit den Zahlen zum ersten Quartal.

Der Bericht wird genau analysiert. Der Markt sucht nach Signalen für den Fortschritt der Onkologie-Sparte. Bisher rechnet das Management für das Gesamtjahr mit einem Umsatz von 2,2 bis 2,5 Milliarden US-Dollar. Das liegt unter den bisherigen Erwartungen der Wall Street. Corona-Impfstoffe spielen künftig eine deutlich kleinere Rolle.

An der Börse kommt der Strategiewechsel gut an. Zwar gab die Aktie am Freitag leicht nach. Auf Monatssicht steht ein Plus von knapp 16 Prozent. Die Folge: Das Papier notiert wieder über der 50-Tage-Linie von 84,31 Euro.

Krebsimpfstoffe rücken in den Fokus

Wissenschaftler blicken zunehmend optimistisch auf mRNA-basierte Krebsimmuntherapien. BioNTech arbeitet hier an maßgeschneiderten Ansätzen. Diese sollen das Immunsystem gezielt gegen Tumore aktivieren. Ein prominentes Beispiel ist ein personalisierter Impfstoff gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs. Diesen testet das Unternehmen gemeinsam mit Genentech.

Erste Ergebnisse zeigen bemerkenswerte Erfolge. Bei einigen Patienten hielt die durch den Impfstoff ausgelöste Immunantwort fast vier Jahre an.

Zulassungsantrag in den USA geplant

Ein weiterer Kurstreiber ist ein neues Antikörper-Wirkstoff-Konjugat. Mitte April meldete BioNTech positive Phase-2-Daten bei fortgeschrittenem Gebärmutterschleimhautkrebs. Das Management plant für 2026 einen Zulassungsantrag in den USA.

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat bereits den Status als Therapiedurchbruch erteilt. Das stärkt die Position von BioNTech beim Aufbau eines zweiten Standbeins.

Parallel dazu treibt der Konzern BNT113 voran. Diese Immuntherapie richtet sich gegen speziellen Kopf-Hals-Krebs. Auch hier läuft eine entscheidende klinische Studie. Daten aus dieser Untersuchung stehen in den kommenden Monaten an. Hinzu kommen späte Studienphasen für weitere Onkologie-Projekte wie Pumitamig.

BioNTech baut sich aktuell zu einem breiten Biopharma-Unternehmen um. Neben der Krebsforschung liefern auch Studien zu Malaria- und Mpox-Impfstoffen bald neue Erkenntnisse. Der erste Härtetest für diese Neuausrichtung folgt am 5. Mai. Dann muss der Vorstand bei der Vorlage der Quartalszahlen beweisen, dass der Zeitplan für die klinische Pipeline hält.