BioNTech notiert am Wochenende bei 78,75 Euro und gab zuletzt am Freitag um 0,57 % nach. Während die Aktie innerhalb einer Woche noch 1,09 % zulegen konnte, steht über sechs Monate betrachtet nahezu eine Nullentwicklung mit minus 0,06 %. Die Aktie ist im formalen Abwärtstrend, aber sie löst keine Euphorie aus, wie sich daran zeigt. Alles wartet auf den Forschungsdurchbruch.

Darauf warten sie bei der BioNTech

Die wichtigste aktuelle Unternehmensmeldung betrifft nicht die Forschung, sondern die Kapitalnutzung. BioNTech hat ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde US-Dollar gestartet. Bis zu 24,9 Millionen Aktien können erworben werden. Für den Kapitalmarkt ist dies eine konkrete Maßnahme zur Verwendung der hohen Liquiditätsreserven.

Der Rückkauf erfolgt in einer Phase, in der BioNTech weiterhin Verluste schreibt. Für 2026 erwarten Analysten einen Fehlbetrag von 1,05 Milliarden Euro. Für 2027 wird sogar ein Verlust von 1,17 Milliarden Euro prognostiziert. Gleichzeitig werden Umsätze von 2,17 Milliarden Euro für 2026 und 2,23 Milliarden Euro für 2027 erwartet.

Damit entsteht eine ungewöhnliche Konstellation. Einerseits investiert BioNTech hohe Summen in Forschung und Entwicklung. Andererseits verfügt das Unternehmen weiterhin über eine geschätzte Nettoliquidität von mehr als zehn Milliarden Euro. Diese Finanzposition erlaubt es dem Konzern, gleichzeitig klinische Programme auszubauen und eigene Aktien zurückzukaufen.

Mehrere Nachrichten aus den vergangenen Wochen unterstreichen den Fokus auf die Onkologie. Ende Mai veröffentlichte BioNTech aktualisierte Daten aus der laufenden Entwicklung von Pumitamig. Bereits zuvor wurden Fortschritte bei Trastuzumab Pamirtecan kommuniziert. Beide Programme zählen zu den wichtigsten Werttreibern innerhalb der Pipeline.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt BioNTech durch Berichte über Moderna. Mehrere Meldungen vom 17. Juni thematisierten Überlegungen des amerikanischen Konkurrenten, Produktionskapazitäten in Deutschland auszubauen. Die Diskussion entstand vor dem Hintergrund angekündigter Standortschließungen bei BioNTech und wurde von mehreren Nachrichtenagenturen aufgegriffen.

Also sollte die Stimmung am Markt etwas besser sein. Allein: Der Markt wartet. Analysten sind hier um Dimensionen zuversichtlicher.