Die BioNTech-Aktie notiert nun am Wochenende nach einem noch vernünftigen Freitag bei 77,90 Euro und legt am Berichtstag um 0,84 % zu. Auf Monatssicht steht dagegen ein Minus von 2,26 %, während sich der Verlust seit Jahresbeginn auf 4,18 % summiert. Die Kursentwicklung zeigt damit, dass Investoren die laufenden Fortschritte in der Onkologie noch nicht vollständig gegen den Rückgang des früheren COVID-Geschäfts aufrechnen.
Im Mittelpunkt stehen inzwischen klinische Ergebnisse. Auf dem ASCO-Kongress präsentierte BioNTech mehrere Datensätze aus der Krebsforschung. Besonders Pumitamig erzielte erneut überzeugende Ergebnisse bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Für Investoren ist dabei weniger eine einzelne Studie entscheidend als die Tatsache, dass mehrere Untersuchungen vergleichbare Resultate zeigen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich einzelne Programme zu kommerziellen Produkten entwickeln können.
BioNTech: Die Hoffnung bleibt weiterhin erhalten
Zusätzliche Daten kamen vom Wirkstoff Gotistobart. Das Medikament zeigte bei stark vorbehandelten Patientinnen mit platinresistentem Eierstockkrebs eine anhaltende Antitumoraktivität. Gerade in diesem Indikationsgebiet existieren nur begrenzte Therapieoptionen. Entsprechend genau wird die weitere Entwicklung von Onkologen und Investoren verfolgt.
Der wichtigste operative Meilenstein könnte jedoch BNT323 werden. Für das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat plant BioNTech noch 2026 einen Zulassungsantrag. In einer Phase-2-Studie wurden Ansprechraten von knapp 48 % erzielt. Bei Patientinnen mit hoher HER2-Expression lagen die Werte sogar oberhalb von 70 %. Damit gehört BNT323 zu den am weitesten fortgeschrittenen Projekten innerhalb der Pipeline.
Ebenfalls von Bedeutung ist BNT113. Für den mRNA-basierten Krebsimpfstoff gegen Kopf-Hals-Tumore werden im vierten Quartal erste Phase-3-Ergebnisse erwartet. Die FDA hat dem Programm bereits den Fast-Track-Status verliehen. Dadurch könnten regulatorische Verfahren beschleunigt werden.
Die Bewertung der Gesellschaft verdeutlicht den Perspektivwechsel. Für 2026 wird ein negativer Gewinn erwartet, das geschätzte KGV liegt bei minus 17,8. Gleichzeitig wird das Unternehmen mit knapp 19,78 Milliarden Euro bewertet. Die Börse bezahlt damit nicht die gegenwärtigen Gewinne, sondern die Möglichkeit zukünftiger Krebsmedikamente.
Schon deshalb sind Analysten hier so zuversichtlich. Noch immer stehen Kurserwartungen auf ein Ziel von rund 106 Euro an.
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