BioNTech konkretisiert seinen Fahrplan für die Onkologie-Konferenz IASLC WCLC in Seoul vom 12. bis 15. September. Das Unternehmen teilte am Donnerstag mit, dort erstmals klinische Daten zur Kombination aus dem PD-L1xVEGF-Bispezifikum Pumitamig und dem B7H3-gerichteten Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Elfetabart Drozuntecan bei Lungenkrebs vorzustellen.
Parallel dazu werde BioNTech aktualisierte Gesamtüberlebensdaten aus der Phase-3-Studie PRESERVE-003 zu Gotistobart (BNT316) bei fortgeschrittenem squamösem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs präsentieren.
Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der die Aktie ohnehin im Fokus steht. Am Freitag legte das Papier um 5,1 Prozent zu, nachdem der Sektor bereits mehrere Tage von einem erfolgreichen Phase-3-Versuch zu einem mRNA-Krebsimpfstoff von Moderna und Merck getragen wurde. Dieser Erfolg gilt als Signal für BioNTechs eigenes, ähnlich gelagertes Programm BNT122 und dürfte die Erwartungen an die bevorstehenden Seoul-Daten zusätzlich schüren.
Zwei Studien, ein Termin
Dass BioNTech gleich zwei onkologische Datensätze auf derselben Konferenz präsentiert, unterstreicht das Tempo, mit dem der Konzern seine Pipeline jenseits der Corona-Impfstoffe vorantreibt.
Pumitamig in Kombination mit Elfetabart Drozuntecan markiert dabei einen neuen Kombinationsansatz, während die PRESERVE-003-Daten zu Gotistobart bereits weiter fortgeschritten sind und mit dem Überlebensendpunkt eine der härtesten Messlatten in der Onkologie adressieren.
Anleger dürften die Ergebnisse als Gradmesser dafür werten, wie tragfähig die Diversifizierung des Unternehmens weg vom Impfstoffgeschäft tatsächlich ist.
Zusätzliches Gewicht bekommt die Story durch eine regulatorische Nachricht: Die EU-Kommission erteilte die Marktzulassung für den an die XFG-Variante angepassten Covid-19-Impfstoff von Pfizer und BioNTech für die Saison 2026/2027. Das Kerngeschäft mit den Corona-Vakzinen bleibt damit vorerst am Laufen, auch wenn es an Bedeutung für die Zukunftserzählung des Unternehmens verliert.
Rückkauf läuft weiter
Der Aufsichtsrat bestätigte zudem die Fortführung des Aktienrückkaufprogramms über eine Milliarde US-Dollar, das den Rückkauf von bis zu 4,2 Prozent der ausstehenden Aktien erlaubt. Ein solches Programm signalisiert Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung, gerade in einer Phase, in der der Kurs bereits kräftig gelaufen ist – binnen 30 Tagen um 24 Prozent.
Kritischer fällt der Blick von Wall Street Zen aus, das die Aktie bereits Anfang August von „Hold“ auf „Sell“ zurückstufte. Angesichts der seither erfolgten Kursentwicklung und der Fülle an positiven Pipeline-Nachrichten wirkt diese Einschätzung inzwischen wie eine Momentaufnahme aus einer anderen Marktlage.
Für Anleger verdichtet sich das Bild: Die Seoul-Konferenz im September wird zum nächsten entscheidenden Prüfstein. Bestätigen sich dort belastbare Fortschritte bei Gotistobart und der neuen Kombinationstherapie, dürfte das die These stützen, dass BioNTech den Übergang vom Pandemie-Impfstoffhersteller zum onkologisch getriebenen Biopharma-Unternehmen ernsthaft vollzieht. Enttäuschende Daten hingegen träfen eine Aktie, die zuletzt stark auf Vorschusslorbeeren gelaufen ist.
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