BioNTech-Chef Ugur Sahin hat im September erneut Aktien seines Unternehmens verkauft. Zwischen dem 8. und dem 10. September veräußerte er insgesamt 93.500 Anteile zu Kursen zwischen 96,31 und 99,20 US-Dollar, nach eigenen Angaben im Rahmen eines bereits am 3. Juni aufgesetzten Rule-10b5-1-Handelsplans.
Nach den jüngsten Transaktionen hält Sahin noch 688.209 Aktien direkt. Bereits Anfang September hatte er weitere 76.500 Stück abgegeben. Die planmäßigen Verkäufe laufen damit über mehrere Wochen kontinuierlich weiter.
Automatisierte Handelspläne dieser Art sind rechtlich vorgeschrieben, um Insiderhandel auszuschließen, und werden von Anlegern in der Regel nicht als Vertrauenssignal gegen das Unternehmen gewertet. Dennoch summiert sich die Zahl der abgegebenen Aktien seit Juni auf einen beträchtlichen Umfang, was am Markt aufmerksam verfolgt wird.
Kursverlauf spiegelt gemischte Nachrichtenlage
Die Aktie schloss am Freitag bei 83,65 Euro, ein Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vortag. Über sieben Tage steht dennoch ein Minus von 6,4 Prozent zu Buche, während sich das Papier auf Monatssicht um 3,9 Prozent verbessert hat. Damit bewegt sich der Kurs weiterhin deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 105,80 Euro, das am 22. Januar erreicht wurde – der Abstand beträgt 21 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief vom 10. März bei 68,35 Euro liegt dagegen ein Polster von 22 Prozent.
Die Schwankungsbreite bleibt hoch: Die auf 30 Tage annualisierte Volatilität liegt bei 71 Prozent, ein Zeichen dafür, dass Anleger die Nachrichtenlage rund um die Pipeline weiterhin nervös verfolgen.
Ende August hatte der Abbruch der Phase-2-Studie zu autogene cevumeran bei Darmkrebspatienten die Aktie belastet, nachdem ein unabhängiges Sicherheitsgremium ein zahlenmäßiges Ungleichgewicht beim Gesamtüberleben zwischen den Studienarmen festgestellt hatte.
Blick nach Seoul: Lungenkrebs-Pipeline im Fokus
Mitte September präsentiert BioNTech auf der IASLC-Weltkonferenz zu Lungenkrebs in Seoul neue klinische Daten aus seinem Onkologie-Portfolio. Im Zentrum stehen die Wirkstoffkandidaten pumitamig und gotistobart.
Für Aufmerksamkeit dürfte vor allem eine späte mündliche Präsentation sorgen: Sie behandelt die Kombination von pumitamig mit elfetabart drozuntecan in einer Phase-1/2-Studie bei fortgeschrittenem beziehungsweise metastasiertem kleinzelligem und nicht-kleinzelligem Lungenkrebs.
Für BioNTech ist die onkologische Pipeline strategisch zentral, seit das Unternehmen im August seine Umsatzprognose für das laufende Jahr wegen schwächerer Nachfrage nach COVID-Impfstoffen gesenkt hatte. Positive Daten aus Seoul könnten daher als Gegengewicht zu den zuletzt enttäuschenden Studienrückschlägen und den gekappten Erwartungen an das Impfstoffgeschäft wirken.
Zugleich bleibt die FDA-Zulassung des angepassten COVID-Impfstoffs Comirnaty XFG für die Herbstsaison ein stabilisierender Faktor im bestehenden Geschäft, auch wenn dieser die grundlegende Wachstumsfrage des Unternehmens nicht beantwortet.
Anleger dürften die kommenden Tage nutzen, um die Datenpräsentationen aus Seoul mit der bisherigen Guidance und den Insiderverkäufen des Managements abzugleichen – ein Muster, das die Schwankungsanfälligkeit der Aktie in den kommenden Wochen weiter treiben dürfte.
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