Der Kryptomarkt erlebt ein massives Beben. Bitcoin durchbrach die psychologisch wichtige Marke von 60.000 US-Dollar nach unten. Gehebelte Trader wurden eiskalt erwischt. Fast eine Milliarde US-Dollar an Positionen lösten sich in Luft auf.

Aktuell notiert die größte Kryptowährung bei rund 59.500 US-Dollar. Gestern markierte der Kurs ein neues Jahrestief knapp unterhalb dieser Schwelle. Der Ausverkauf trieb den Angst-Index des Marktes auf den extremen Wert von 12.

Zinsangst treibt ETF-Abflüsse

Der Verkaufsdruck kommt direkt aus dem institutionellen Sektor. Allein am 24. Juni flossen 469 Millionen US-Dollar aus den Bitcoin-Spot-ETFs ab. Die Bank of America rechnet nun mit drei weiteren Zinserhöhungen der US-Notenbank bis Jahresende.

Das würde den Leitzins auf bis zu 4,50 Prozent treiben. Hartnäckige Inflationsdaten machen riskante Anlageklassen derzeit unattraktiv. Die Folge: Investoren schichten ihr Kapital lieber in den boomenden KI-Sektor um. Starke Quartalszahlen von Halbleiterkonzernen wie Micron beschleunigen diese Rotation.

Wale kaufen den Dip

Abseits der Panik zeigt sich ein anderes Bild. Langfristige Halter sammeln weiter fleißig Coins ein. Große Wal-Adressen absorbieren das Angebot auf einem Niveau wie zuletzt im Jahr 2022. Die Zahl der aktiven Netzwerkknoten bleibt mit über 18.000 hoch.

Bei den Krypto-Unternehmen hinterlässt der Crash tiefe Spuren. Die Aktie von MicroStrategy brach um zehn Prozent ein. Das Papier markierte damit ein frisches Zweijahrestief. Das Unternehmen kauft laut Berichten dennoch weiter Bitcoin zu.

Heute steht der nächste Härtetest an. Die US-Regierung veröffentlicht am Nachmittag den wichtigen PCE-Preisindex. Fällt die Inflation höher aus als erwartet, droht ein Bruch der Unterstützung bei 59.000 US-Dollar. Dann könnte sich die Talfahrt weiter beschleunigen.