Bitcoin: 47 Tage negative Funding-Rate

Bitcoin zeigt trotz Seitwärtsbewegung bullische On-Chain-Signale: Wale setzen auf Long, Shorts zahlen Gebühren und ETF-Zuflüsse erreichen Rekordniveau.

Bitcoin Aktie
Kurz & knapp:
  • Whale-Longs auf Rekordniveau
  • Negative Funding Rate seit 47 Tagen
  • Rekordzuflüsse in Bitcoin-ETFs
  • Börsenreserven auf Sieben-Jahres-Tief

Kurs seitwärts, Unterbau bullish. Bitcoin notiert knapp unter 78.300 Dollar und hat in den vergangenen 30 Tagen rund elf Prozent zugelegt — während sich unter der Oberfläche mehrere strukturelle Signale gleichzeitig aufbauen, die Marktbeobachter selten in dieser Kombination sehen.

Wale positionieren sich, Shorts zahlen drauf

Auf der On-Chain-Perpetual-Futures-Börse Hyperliquid haben die größten Trader — typischerweise Positionen ab zehn Millionen Dollar — ihre Netto-Short-Ausrichtung Anfang März in Long-Positionen umgekehrt. Seitdem hat sich dieser Bias weiter verstärkt und erreicht laut Glassnode aktuell die aggressivste Long-Ausrichtung im gesamten verfügbaren Datensatz.

Was das technisch brisant macht: Die Perpetual-Swap-Funding-Rate liegt auf Sieben-Tage-Basis bei minus 0,13 Prozent — Shorts zahlen also für das Halten ihrer Positionen an Longs. Diese negative Rate hält seit rund 47 aufeinanderfolgenden Tagen an. Aggressive Whale-Longs kombiniert mit einer derart hartnäckigen bearishen Derivate-Positionierung ist das klassische Setup für einen Short-Squeeze, sobald der Spotpreis nach oben ausbricht.

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ETF-Zuflüsse auf Rekordniveau, Angebot schwindet

US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten vom 14. bis 24. April Netto-Zuflüsse von rund 2,12 Milliarden Dollar — neun Handelstage in Folge, der längste Streak seit Oktober. Allein am 17. April flossen knapp 664 Millionen Dollar in die Produkte. In diesem Zeitraum absorbierten die ETFs etwa 19.000 BTC, ungefähr das Neunfache der Miner-Produktion im gleichen Fenster.

BlackRocks IBIT hält inzwischen rund 806.700 BTC — etwa 3,8 Prozent des gesamten Bitcoin-Angebots. Einen neuen Wettbewerber bekommt das Produkt von Morgan Stanley: Der MSBT-ETF startete am 8. April mit einer Jahresgebühr von 0,14 Prozent, unterbietet damit IBITs 0,25 Prozent und zog in seiner ersten Handelswoche über 100 Millionen Dollar an. Das gibt Morgan Stanleys rund 16.000 Finanzberatern erstmals die Möglichkeit, Bitcoin-Exposure für Kunden zu empfehlen — ein Kanal, der bislang weitgehend ungenutzt ist.

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Das Angebotsbild verschärft sich parallel dazu. Die aggregierten Bitcoin-Börsenreserven sind auf rund 2,21 Millionen BTC gesunken — ein Sieben-Jahres-Tief. Coins, die Börsen verlassen, wandern in Self-Custody oder institutionelles Cold Storage und stehen dem Markt nicht mehr sofort zur Verfügung. On-Chain-Analysten sprechen von einer „Supply Cliff“: einem Punkt, an dem selbst moderate Nachfragesteigerungen auf kaum vorhandenes Verkaufsangebot treffen.

Makro liefert Rückenwind — vorerst

Im traditionellen Finanzmarkt schloss der S&P 500 zuletzt auf einem Rekordhoch, Treasury-Renditen gaben nach, nachdem das US-Justizministerium seine Untersuchung gegen Fed-Chef Jerome Powell einstellte. Das könnte den Weg für Kevin Warsh als nächsten Fed-Vorsitzenden ebnen — eine Entwicklung, die Zinssenkungserwartungen neu kalibrieren dürfte.

Bitcoin steht rund zehn Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt, der RSI liegt bei 48,5 — technisch weder überkauft noch überverkauft. Ob die strukturellen Signale in einen echten Ausbruch münden, entscheidet sich maßgeblich daran, wie die Hyperliquid-Shorts auf einen anhaltenden Anstieg über die 80.000-Dollar-Marke reagieren.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.