Bitcoin hat sich am Wochenende zurückgekämpft. Nach dem Rücksetzer in Richtung 76.000 Dollar notiert die Kryptowährung am Montag wieder über 81.000 Dollar und hat damit sowohl das Mai-Hoch bei 82.833 Dollar in Reichweite gebracht als auch eine charttechnische Marke geknackt, die Marktbeobachter aufhorchen lässt.
Zum Wochenschluss schloss Bitcoin erstmals seit 45 Wochen wieder oberhalb seines gleitenden 50-Wochen-Durchschnitts. Historisch galt diese Rückeroberung in dreizehn von fünfzehn Fällen als verlässliches Signal dafür, dass ein Bärenmarkttief bereits erreicht wurde.
Binnen 35 Tagen hat die Kryptowährung damit rund 29 Prozent zugelegt — nach einer Woche, die mit dem Scheitern des CLARITY Acts im Senat und einer Zinserhöhung der Fed alles andere als einfach war.
Regulatorik und Zinspfad als Treiber
Ausgangspunkt der Erholung war eine neue SEC-Regel, die den Handel mit tokenisierten Aktien über Blockchain-Technologie erleichtert und am 18. September verkündet wurde. Die Behörde schuf eine fünfjährige Ausnahmeregelung für Onchain-Handel tokenisierter US-Aktien, während die CFTC parallel Vorgaben für Wallet-Anbieter lockerte.
Die verbesserte regulatorische Stimmung traf auf kräftige Nachfrage: Am 18. September flossen US-Spot-Bitcoin-ETFs netto 433 Millionen Dollar zu und verhinderten damit eine zweite Verlustwoche in Folge.
Die Fed hatte am 16. September einstimmig den Leitzins um 25 Basispunkte angehoben. Der Dot Plot fiel dabei hawkischer aus als erwartet — 16 von 18 FOMC-Mitgliedern rechnen mit mindestens einem weiteren Zinsschritt, HSBC erwartet eine zweite Erhöhung im Dezember.
Dass Bitcoin trotz dieser Doppelbelastung nicht dauerhaft einbrach, werten Marktbeobachter als Zeichen zunehmender Reife. Der Crypto Fear & Greed Index rückte zuletzt auf rund 73 Punkte und damit nahe die Zone Extreme Greed.
Nächste Hürde bei 86.530 Dollar
Charttechnisch zählt das Mai-Hoch bei 82.833 Dollar nun als erste Unterstützung. Die entscheidende Widerstandszone liegt bei 86.530 Dollar — vom aktuellen Niveau aus fehlen dorthin knapp drei Prozent. Ein reiner Sprung darüber wäre noch kein belastbarer Ausbruch, nötig wäre ein Tagesschluss oberhalb der Marke mit anziehendem Handelsvolumen. Gelingt das, würde der Weg in Richtung 90.000 Dollar frei.
Auf der Unterseite bleibt Bitcoin verwundbar, sollte die Marke von 82.833 Dollar wieder brechen. Als nächste Auffangzone gälte dann 80.000 Dollar, darunter die jüngsten Tiefs um 76.000 Dollar.
Ein Belastungsfaktor bleibt die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen, die zuletzt wieder über 5,00 Prozent kletterte und damit als Konkurrenz zum Bitcoin auftritt. Für die laufende Woche fehlen größere Makrokatalysatoren — der Blick der Anleger richtet sich auf Oktober-Datenpunkte, die den nächsten Fed-Entscheid im Dezember vorbereiten.
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