Bitcoin steht unter enormem Druck. Der Kurs notiert bei rund 61.500 US-Dollar. Damit bewegt sich die Kryptowährung gefährlich nah an ihrem 52-Wochen-Tief. Heute blicken Investoren gebannt auf die US-Verbraucherpreise. Die Inflationsdaten bestimmen den nächsten geldpolitischen Schritt der US-Notenbank.
US-Inflation gibt den Takt vor
Um 14:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht das US-Arbeitsministerium die Zahlen. Fällt die Inflation höher aus als erwartet, droht weiterer Gegenwind. Höhere Zinsen ziehen Kapital aus riskanten Anlageklassen ab. Ein schwächerer Wert könnte hingegen eine Erholung einleiten. Im April lag die Teuerungsrate bei 3,8 Prozent.
Bei den institutionellen Investoren zeigt sich ein gespaltenes Bild. Die US-Spot-ETFs verzeichnen massive Abflüsse. Allein in der ersten Juniwoche zogen Anleger rund 1,72 Milliarden US-Dollar ab. Das ist der zweitgrößte Wochenverlust seit Handelsstart. Besonders die Fonds von BlackRock und Fidelity blieben nicht verschont.
MicroStrategy hält dagegen an seiner Strategie fest. Das Softwareunternehmen kaufte Anfang Juni weitere 1.550 Bitcoin. Dafür zahlte der Konzern rund 101 Millionen US-Dollar. Damit steigt der Gesamtbestand auf über 845.000 Coins.
Szene-Treff in Prag
Parallel dazu trifft sich die Krypto-Community in Prag. Vor der großen Konferenz BTC Prague 2026 diskutieren Entwickler und Banker über die Zukunft des Netzwerks. Ein Streitthema liefert Blockstream-CEO Adam Back. Er kritisiert den Vorschlag BIP-110 scharf. Dieser will nicht-monetäre Daten in Bitcoin-Transaktionen einschränken. Back warnt vor einer Spaltung der Blockchain.
Die technische Schwäche spiegelt sich auch in den Indikatoren wider. Der RSI liegt aktuell bei tiefen 23,7 Punkten. Die Folge: ein stark überverkaufter Markt. Auch die Analysten von Grayscale halten Bitcoin laut On-Chain-Daten derzeit für unterbewertet.
Die heutigen US-Inflationsdaten treffen auf einen stark angeschlagenen Markt. Seit Jahresbeginn hat Bitcoin über 30 Prozent an Wert verloren. Ein überraschend hoher Preisauftrieb in den USA könnte den Kurs nun endgültig unter die Marke von 60.000 US-Dollar drücken.
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