Binance-Gründer Changpeng Zhao meldet sich mit einer These, die aufhorchen lässt: Spekulatives Kapital, das zuletzt in KI-Aktien geflossen ist, kehrt seiner Beobachtung nach zurück in den Krypto-Markt. Eine Studie des Research-Hauses River liefert dazu gleich die passende Langfrist-Rechnung — mit einem Kursziel, das selbst hartgesottene Bitcoin-Fans aufhorchen lässt.

CZ sieht „Hot Money“ auf dem Rückweg

Auf X schreibt Zhao, kurzfristig orientiertes Kapital fließe wieder verstärkt aus der KI-Branche zurück in Kryptowährungen. Belege oder Zahlen zum Ausmaß dieses Rückflusses liefert er nicht — die Aussage bleibt eine Einschätzung, keine belegte Marktbewegung. Bemerkenswert ist trotzdem der Zeitpunkt: Sie fällt mit einer Studie zusammen, die genau diesen Kapitalfluss in eine konkrete Kurszahl übersetzt.

Die River-Rechnung: Bis zu 840.000 Dollar in drei bis fünf Jahren

River kombiniert zwei Annahmen: Wie viel frisches Kapital in den kommenden drei bis fünf Jahren in Bitcoin fließen könnte, und wie stark jeder investierte Dollar den Marktwert bewegt.

Die Studie geht davon aus, dass künftig 20 bis 40 Prozent aller Portfolios zwischen zwei und vier Prozent ihres Vermögens in Bitcoin halten könnten. Bei einem geschätzten weltweiten Finanzvermögen von rund 333 Billionen Dollar ergäben sich daraus Nettozuflüsse zwischen 1,3 und 5,3 Billionen Dollar.

Multipliziert mit dem von River beobachteten Hebel — jeder investierte Dollar bewegt den Marktwert demnach etwa um das Dreifache — errechnet sich eine mögliche Marktkapitalisierung zwischen 5,5 und 17,5 Billionen Dollar. Umgerechnet entspräche das einem Bitcoin-Kurs zwischen 250.000 und 840.000 Dollar. Zum Zeitpunkt der Studienveröffentlichung notierte Bitcoin rund 37 Prozent unter seinem Rekordhoch vom Oktober 2025.

Institutionelle Anleger sind noch kaum investiert

Der Nährboden für Rivers These liegt in der bislang geringen Verbreitung von Bitcoin in professionellen Portfolios. Zwar halten 29 der 30 größten registrierten US-Anlageberater laut der Studie bereits Bitcoin, ihre gesamte Allokation liegt aber bei lediglich 0,008 Prozent des verwalteten Vermögens.

Gleichzeitig empfehlen Häuser wie Morgan Stanley und JPMorgan ihren Kunden Bitcoin-Quoten zwischen ein und sieben Prozent — eine Lücke zwischen Empfehlung und tatsächlicher Umsetzung, die River als Wachstumspotenzial interpretiert.

Ein historischer Rückblick der vergangenen zehn Jahre stützt das Argument: Ein klassisches Portfolio aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen wuchs demnach um 154 Prozent bei einem maximalen Rückgang von 21,5 Prozent.

Wurde ein Teil der Anleihen durch eine Bitcoin-Quote von 10 Prozent ersetzt, stieg der Gewinn auf 506 Prozent, während der größte Rückgang mit 27,4 Prozent nur moderat höher ausfiel.

Wie belastbar Rivers Rechnung ist, hängt an einer entscheidenden Bedingung: Anlageberater müssten ihre heute verschwindend geringe Bitcoin-Quote binnen weniger Jahre spürbar erhöhen. Ob sich CZs „heißes Geld“ tatsächlich in einer solchen Verschiebung niederschlägt, dürfte sich an den kommenden Allokations-Berichten der großen US-Vermögensverwalter ablesen lassen.