Bitcoin steht nach hohen realisierten Verlusten und anhaltenden Fondsabflüssen vor einem wichtigen Belastungstest. Die am Samstag veröffentlichten Einschätzungen richten den Blick auf zentrale Unterstützungen: Halten diese, bleibt Raum für eine Stabilisierung. Bei einem Bruch rechnen Marktbeobachter dagegen mit weiteren deutlichen Verlusten. Entscheidend ist damit, ob die Käufer den Verkaufsdruck am Kassamarkt auffangen können.
Anleger realisieren hohe Verluste
Laut CryptoQuant realisierten Anleger in den drei vorangegangenen Tagen täglich Verluste zwischen 657 und 703 Millionen US-Dollar. Das zeigt den Druck auf Marktteilnehmer, die ihre Bitcoin-Bestände unter dem Einstandspreis verkauften.
Auch die Handelsströme sprechen für eine angeschlagene Nachfrage. Das Monatsmittel des Spot-Net-Volume-Delta drehte am Donnerstag sowohl bei Binance als auch bei Coinbase ins Negative. Die Kennzahl weist damit auf einen Überhang verkaufsgetriebener Transaktionen hin. Eine nachhaltigere Erholung würde zusätzlichen Rückhalt erhalten, sofern sich dieses Verhältnis wieder zugunsten der Käufer verschiebt.
Aktuell notiert Bitcoin bei 75.770,00 USD und damit in der Nähe jener Zone, die mehrere Marktbeobachter als wichtig für die weitere Richtung betrachten.
Unterstützung entscheidet über Abwärtsrisiko
Ali Martinez sieht bei einem Bruch der Unterstützung bei 73.000 US-Dollar das Risiko eines Rückgangs auf zunächst 66.000 US-Dollar. Anschließend könnte Bitcoin seiner Einschätzung zufolge bis nahe 60.000 US-Dollar fallen.
Das ist ein bedingtes Abwärtsszenario. Für Anleger liegt der entscheidende Punkt deshalb im Verhalten an der Unterstützung: Zusätzlicher Verkaufsdruck wäre besonders kritisch, sofern die Nachfrage dort ausbleibt und der Kurs die Marke nachhaltig unterschreitet.
Jamie Coutts setzt bereits an der Zone um 75.000 US-Dollar an. Fällt diese, sieht er Risiken bis in den mittleren Bereich der 60.000er-Kurse. Eine Trendwende wäre seiner Einschätzung zufolge erst mit einem Anstieg über 87.000 US-Dollar bestätigt.
Fondsnachfrage bleibt der zweite Prüfstein
Zusätzlich belasten die Mittelabzüge aus US-Spot-Bitcoin-ETFs. Laut SoSoValue verloren diese in der Woche bis Freitag netto rund 1,28 Milliarden US-Dollar. Es war die stärkste Abflusswoche seit Ende Juni; zugleich drehten die Nettoflüsse für das Gesamtjahr ins Minus.
Innerhalb der Fondsgruppe fiel die Nachfrage allerdings unterschiedlich aus. Während BlackRocks IBIT am Freitag erhebliche Abflüsse verzeichnete, erhielt Fidelitys Bitcoin-ETF frisches Kapital.
Für eine belastbarere Stabilisierung müssten deshalb zwei Entwicklungen zusammenkommen: Käufer müssten die beobachteten Unterstützungen verteidigen, und die Fondsabflüsse müssten nachlassen. Solange beide Belastungen fortbestehen, bleibt eine Erholung anfällig für erneuten Verkaufsdruck.
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