Eine spürbar wachsende Risikoscheu an den weltweiten Finanzmärkten hat den Bitcoin am Donnerstag unter Druck gesetzt. Die älteste Kryptowährung verlor zwischen 3,5 und gut 4 Prozent an Wert und notierte am Abend bei rund 81.040 Dollar. Damit gerät eine wichtige Unterstützungszone ins Wanken, die Anlegern in den vergangenen Tagen Halt geboten hatte.
Fällt der Kurs nachhaltig unter das Niveau von 81.000 Dollar, droht sich das Chartbild spürbar einzutrüben. Marktbeobachter warnen vor der Gefahr, dass die Notierung aus ihrer jüngsten Handelsspanne nach unten ausbricht und weitere Verkäufe nach sich zieht. Im Markt fehle es schlicht an überzeugten Käufern, die bereit seien, das aktuelle Niveau zu verteidigen.
Geopolitik und Inflationsängste belasten
Verantwortlich für den Rückzug der Anleger aus risikoreicheren Anlagen ist vor allem die geopolitische Lage. Die andauernde militärische Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran verunsichert die Märkte nachhaltig. Nach einem Drohnenangriff der jemenitischen Huthi-Miliz auf ein saudi-arabisches Ölfeld kletterten die Rohölpreise deutlich.
Die teurere Energie schürt an den Märkten umgehend neue Sorgen vor hartnäckigen Inflationsrisiken. Wenn die Teuerung wieder anzieht, schrumpft der Spielraum für künftige Zinssenkungen der Notenbanken. Ein solches Umfeld dämpft traditionell die Nachfrage nach zinslosen oder spekulativen Anlageklassen.
Hohe Ausgaben im Tech-Sektor werfen Fragen auf
Parallel dazu trübten durchwachsene Quartalsberichte großer Technologiekonzerne die Stimmung an den US-Börsen. Im Fokus stehen dabei die enormen Ausgaben für Künstliche Intelligenz. Meta plant in diesem Jahr mindestens 135 Milliarden Dollar in den Ausbau der entsprechenden Infrastruktur zu stecken. An den Märkten wächst die Sorge, dass die Tech-Schwergewichte für diese Investitionswelle vermehrt Anleihen auflegen müssen, während die Anforderungen an tatsächliche Renditen und Gewinne steigen.
Für den Kryptomarkt bedeutet das Zusammentreffen dieser Faktoren Gegenwind an einer neuralgischen Schwelle. Hält die Marke von 81.000 Dollar den Verkäufen in den kommenden Handelstagen nicht stand, droht der Bruch der Konsolidierungszone und damit ein Test tieferer Kursregionen.
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