Während sich die Notierungen nach dem jüngsten Kursrutsch unter eine zentrale psychologische Marke wieder gefangen haben, setzen vermögende Akteure ein klares Signal.

Das Analysehaus Santiment registrierte gestern ein neues Allzeithoch bei den sogenannten Whale-Adressen: Genau 20.338 Wallets halten mittlerweile jeweils Bestände zwischen 10 und 10.000 Einheiten der Kryptowährung. Dieser Zuwachs hielt ungeachtet der zwischenzeitlichen Turbulenzen seit Mitte Juli kontinuierlich an.

Inflationsdaten lösen Verkaufswelle aus

Die Belastungsprobe für den Markt folgte am Donnerstag nach der Veröffentlichung neuer US-Erzeugerpreise. Mit einer Jahresrate von 6,3 Prozent stieg die Großhandelsinflation im September spürbar stärker als erwartet und schürte an den Finanzmärkten neue Zinssorgen.

Der Kurs knickte daraufhin kurzzeitig auf rund 79.800 US-Dollar ein, was am Terminmarkt eine Kettenreaktion in Gang setzte und gehebelte Positionen im Volumen von über 900 Millionen US-Dollar liquidierte.

Die anschließende Gegenbewegung vollzog sich jedoch mit beachtlicher Geschwindigkeit. Kaufaufträge rund um das Tief fingen den Abwärtsdruck ab und leiteten eine Stabilisierung ein.

Marktbeobachter verweisen allerdings darauf, dass der Rekord bei den Adresszahlen nicht zwangsläufig mit unmittelbaren Neukäufen gleichzusetzen ist. Verschiebungen bei Depotbanken, interne Umbuchungen großer Handelsplätze sowie die Aufteilung von Vermögen auf mehrere Konten können die Statistik ebenfalls beeinflussen.

Verhaltener ETF-Markt und warnende Stimmen

Auch der Zufluss institutioneller Gelder über börsengehandelte Fonds zeigte sich zuletzt uneinheitlich. Am Donnerstag verzeichneten die US-Spot-ETFs für Bitcoin unterm Strich ein verhaltenes Plus von 5,06 Millionen US-Dollar. Dabei stützte vor allem der IBIT von BlackRock das Segment mit Tageszuflüssen von 16,8 Millionen US-Dollar, während Konkurrenzprodukte überwiegend Mittelabzüge verbuchten.

Zugleich mahnen Experten zur Vorsicht mit Blick auf das übergeordnete makroökonomische Umfeld. Der Stratege Mike McGlone von Bloomberg Intelligence warnte davor, dass der Krypto-Leitwährung bei einer hypothetischen Korrektur an den US-Aktienmärkten von etwa 20 Prozent erhebliche Kursverluste drohen könnten. Steigende Renditen am Anleihemarkt und eine restriktivere Geldpolitik bleiben demnach ein spürbarer Bremsklotz für risikobehaftete Anlageklassen.

Wichtige Marken im Blick

Im aktuellen Handel notiert Bitcoin bei 81.491,00 USD und behauptet sich damit 0,2 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Zum 52-Wochen-Hoch bleibt der Wert mit einem Abstand von minus 30 Prozent jedoch noch deutlich zurück.

Für die weitere Kursentwicklung kommt es nun darauf an, ob sich die Notierungen oberhalb der jüngsten Zwischentiefs etablieren können. Das Zögern im ETF-Bereich mahnt zur Vorsicht, doch die anhaltende Akkumulation durch große Wallet-Halter verleiht dem Markt ein wichtiges Fundament.