Die BlackBerry-Aktie liefert Anlegern eine wilde Fahrt. Nach einem rasanten Aufstieg auf fast zehn Euro folgte ein scharfer Rücksetzer. Jetzt stabilisiert sich der Kurs bei 7,72 Euro. Ende Juni steht ein doppeltes Großereignis an.
Seit Jahresbeginn steht noch immer ein sattes Plus von rund 138 Prozent auf der Anzeigetafel. Das weckt Erinnerungen an alte Meme-Stock-Zeiten. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei extremen 80 Prozent. Das zeigt die hohe Nervosität im Markt.
Kürzlich trieben aggressive Käufe von Privatanlegern den Kurs auf das 52-Wochen-Hoch von 9,99 Euro. Danach nahmen viele Investoren Gewinne mit.
Doppeltes Großereignis Ende Juni
Ende des Monats blicken Aktionäre auf zwei entscheidende Termine. Die virtuelle Hauptversammlung fällt direkt mit der Vorlage der neuen Quartalszahlen zusammen. Der Optionsmarkt rechnet mit heftigen Ausschlägen. Eingepreist ist eine Kursbewegung von knapp 21 Prozent in beide Richtungen.
Auf der Agenda stehen die üblichen Formalien wie die Wahl des Verwaltungsrats. Aktionäre stimmen auch über Anpassungen bei Mitarbeiteraktien ab.
Abgeschlossener Umbau
Operativ liefert das Management ehrgeizige Töne. Finanzchef Tim Foote erklärte den jahrelangen Umbau kürzlich für beendet. BlackBerry sei nun wieder ein Wachstumsunternehmen. Der Fokus liegt auf der QNX-Sparte. Diese Softwareplattform steuert Roboter, Autos und medizinische Geräte. Hier sieht das Management enormes Potenzial.
Die jüngsten Zahlen stützen diesen Optimismus. Im letzten Quartal erwirtschaftete der Konzern einen Nettogewinn von 24,3 Millionen US-Dollar. Das war das achte profitable Quartal in Folge.
Analysten erwarten für das anstehende Quartal einen Gewinn von 0,03 Dollar je Aktie. Das entspricht einem Wachstum von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Teure Bewertung
Ein neues Aktienrückkaufprogramm sichert den Kurs zusätzlich nach unten ab. Seit Anfang Mai darf BlackBerry knapp 26,8 Millionen eigene Papiere erwerben. Das entspricht 4,58 Prozent aller frei handelbaren Aktien.
Trotz der soliden Bruttomarge von 76 Prozent bleibt ein Problem bestehen. Der Umsatz schrumpft im mehrjährigen Vergleich. Das macht die aktuelle Bewertung sportlich. Kurz gesagt: ein Risiko.
Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 60 ist die Aktie deutlich teurer als der Branchendurchschnitt.
Die Zahlen Ende Juni müssen diese hohe Bewertung rechtfertigen. Liefert das QNX-Wachstum nicht die erhofften Impulse, droht ein schneller Abverkauf. Ein starker Ausblick könnte den Kurs hingegen wieder in Richtung der Zehn-Euro-Marke schieben.
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