Die Führungsebene von BlackBerry nutzt den massiven Kursanstieg des laufenden Jahres für umfangreiche Aktienverkäufe. Allein CEO John Joseph Giamatteo veräußerte im Juli Papiere im Millionenwert. Trotz starker Quartalszahlen verlor der Titel daraufhin am Freitag 3,80 Prozent an Boden.
Führungskräfte ziehen Kapital ab
Der Ausverkauf an der Spitze kommt nach einer Phase extremer Kursgewinne. In den vergangenen sechs Monaten verzeichnete der Markt elf Insider-Verkäufe, während keine einzige Kaufmeldung einging. Die jüngsten Transaktionen fanden fast ausschließlich auf dem Niveau des aktuellen Mehrjahreshochs statt.
Die Verkäufe im Detail:
* CEO John Joseph Giamatteo: 527.012 Aktien
* CFO Tim Foote: 34.113 Aktien
* SVP Jennifer Armstrong-Owen: 3.296 Aktien
* Philip Kurtz: 6.414 Aktien
Giamatteo hält nach diesen Verkäufen weiterhin einen Bestand von 812.246 Papieren. Parallel dazu trennten sich auch Finanzchef Tim Foote und weitere hochrangige Manager von signifikanten Anteilen. Marktbeobachter werten solche gebündelten Verkäufe häufig als Signal, dass die Führung das kurzfristige Aufwärtspotenzial für begrenzt hält.
Operative Stärke stützt den Kurs
Dabei präsentierte das Unternehmen zuletzt robuste Geschäftszahlen. Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um mehr als 25 Prozent auf 152,9 Millionen US-Dollar. Damit schlug BlackBerry die Erwartungen des Marktes deutlich. Auch der Gewinn je Aktie übertraf mit 0,04 US-Dollar die Prognosen der Analysten.
Für das gesamte Geschäftsjahr kalkuliert die Konzernspitze mit einem Gewinn zwischen 0,16 und 0,20 US-Dollar je Aktie. Trotz der aktuellen Korrektur auf 9,63 Euro bleibt die langfristige Tendenz positiv. Das Papier notiert weiterhin mehr als 110 Prozent über seinem Durchschnittskurs der letzten 200 Tage.
Wandelschuldverschreibungen im Blick
Die technische Überhitzung der Aktie scheint vorerst abgebaut. Der Relative-Stärke-Index sank zuletzt auf 57,9 Punkte und signalisiert damit eine neutrale Marktlage. Das bisherige Jahreshoch von 11,94 Euro bleibt vorerst außer Reichweite, während das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 5,63 Milliarden Euro verteidigt.
Ein wichtiger Termin rückt nun näher. Zwischen Juli und September 2026 können Inhaber von Wandelschuldverschreibungen ihre Papiere in neue Aktien tauschen. Dies könnte das Angebot auf dem Markt weiter erhöhen. Das mittlere Kursziel der Analysten liegt derzeit bei rund 10,30 US-Dollar.
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