BlackBerry lässt die Zeit der langwierigen Restrukturierung hinter sich. Der einstige Smartphone-Pionier wandelt sich erfolgreich zum reinen Software-Spezialisten. Die jüngsten Quartalszahlen belegen diesen Kurs eindrucksvoll.

Der Umsatz im ersten Quartal kletterte auf 152,9 Millionen Dollar. Das entspricht einem Plus von 26 Prozent zum Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,04 Dollar.

Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Umsatz von 133,8 Millionen Dollar gerechnet. Auch beim Ergebnis übertraf BlackBerry die Markterwartungen. Diese lagen zuvor bei 0,03 Dollar je Aktie.

Effizienz-Meilenstein erreicht

Besonders ein Kennwert sorgt für Aufsehen: Beide Kernsparten erreichten die „Rule of 40“. Diese Kennzahl kombiniert Wachstum und Profitabilität. In der Software-Branche gilt sie als Goldstandard für gesunde Unternehmen.

CEO John J. Giamatteo bestätigte, dass sowohl die QNX-Sparte als auch der Bereich für sichere Kommunikation die wichtige Branchenmarke im ersten Quartal knackten.

Die Sparte QNX profitierte von der Nachfrage aus der Autoindustrie. Ihr Umsatz stieg um 26 Prozent auf 72,3 Millionen Dollar. Treiber war unter anderem der Bedarf an Anwendungen für physische KI.

Parallel dazu lieferte der Bereich für sichere Kommunikation 73,6 Millionen Dollar ab. BlackBerry treibt damit die operative Unabhängigkeit beider Geschäftseinheiten weiter voran.

Operative Wende geschafft

Erstmals seit neun Jahren erwirtschaftete BlackBerry im Auftaktquartal einen positiven Cashflow aus dem operativen Geschäft. Dieser lag bei 4,6 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich derweil auf 36,3 Millionen Dollar.

Das Management nutzt die finanzielle Stärke für Aktienrückkäufe. Im abgelaufenen Quartal kaufte der Konzern 2,6 Millionen eigene Anteile zurück. Dafür flossen rund 10 Millionen Dollar.

Für das Gesamtjahr 2027 zeigt sich der Vorstand nun optimistischer. Die Umsatzprognose steigt auf bis zu 621 Millionen Dollar. Zuvor lag das obere Ende der Spanne bei 611 Millionen Dollar. Das Management setzt dabei auf Chancen bei softwaredefinierten Fahrzeugen und der Plattform Alloy Kore.

Anleger reagierten euphorisch auf die Zahlen. Die Aktie stieg zeitweise um über sieben Prozent auf 9,79 Euro. Damit notiert das Papier nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 9,99 Euro.

Allerdings mahnt die technische Lage zur Vorsicht. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit 75,5 Punkten im überkauften Bereich. Die angehobene Prognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie liegt im laufenden Geschäftsjahr nun zwischen 0,16 und 0,20 Dollar.