BlackBerry hat im zweiten Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2027 deutlich mehr verdient als der Markt erwartet hatte — und schraubt nun die Jahresprognose hoch. Grund ist ausgerechnet das Geschäft, das viele beim Namen BlackBerry gar nicht mehr auf dem Schirm haben: die Automobilsoftware-Sparte QNX.

Der Konzernumsatz stieg im Quartal zum 31. August um 26 Prozent auf 163,3 Millionen Dollar und lag damit klar über den von Analysten erwarteten rund 145,6 Millionen Dollar. Das bereinigte Nettoergebnis kletterte um 79 Prozent auf 43,2 Millionen Dollar, das GAAP-Nettoergebnis war bereits das sechste Quartal in Folge positiv. Die Aktie legte im vorbörslichen US-Handel rund 3 bis 4 Prozent zu.

QNX liefert Rekordquartal

Die Automotive-Sparte QNX war der eigentliche Treiber: Der Umsatz stieg dort um 27 Prozent auf 80,3 Millionen Dollar, die bereinigte Segment-EBITDA-Marge kletterte auf 36 Prozent. Autohersteller wie Audi, General Motors, Hyundai und Mercedes-Benz setzen die Software für digitale Cockpits, Fahrassistenzsysteme und Karosseriesteuerung ein.

Ein besonders schwerer Auftrag kam von Coretura, dem Gemeinschaftsunternehmen von Volvo Group und Daimler Truck: Es hat sich für BlackBerrys neue Alloy-Kore-Plattform entschieden — laut Unternehmensangaben der größte Design-Gewinn in der Geschichte von QNX. Der Deal soll dem Royalty-Auftragsbestand von QNX mehr als 100 Millionen Dollar hinzufügen.

Die Sparte Secure Communications entwickelte sich dagegen verhaltener. Der Umsatz stieg zwar leicht um 2 Prozent auf 60,9 Millionen Dollar, die bereinigte EBITDA-Marge sank aber auf 13 Prozent, nach einem laut Unternehmen besonders starken ersten Quartal. Die wiederkehrenden Erlöse (ARR) blieben mit 221 Millionen Dollar stabil.

Prognose nach oben korrigiert

Für das Gesamtjahr 2027 rechnet BlackBerry nun mit Erlösen zwischen 616 und 636 Millionen Dollar — mehr als die zuvor in Aussicht gestellten 594 bis 621 Millionen Dollar.

Für das dritte Quartal, das im November endet, erwartet der Konzern einen Umsatz zwischen 143 und 154 Millionen Dollar, während Analysten zuvor von rund 149,6 Millionen Dollar ausgegangen waren.

Am Ende der aktuellen Berichtssaison zeigt sich damit ein Konzern, der sich zunehmend über sein Automotive-Geschäft definiert. Der Erfolg von Alloy Kore bei Coretura dürfte in den kommenden Quartalen zeigen, wie tragfähig dieser Wachstumspfad tatsächlich ist.