Block liefert ein starkes drittes Quartal, doch die Zahlen haben zwei Gesichter. Operativ glänzt der Zahlungsdienstleister mit Rekordmarge, nach US-Rechnungslegung dämpfen Rechtsrückstellungen das Bild. Die Aktie legte nachbörslich um gut fünf bis sechs Prozent zu, nachdem sie am Dienstag bei 76 Dollar geschlossen hatte.
Operatives Geschäft überzeugt
Das bereinigte Betriebsergebnis sprang auf einen Rekordwert von 923 Millionen Dollar, die Marge erreichte 29 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,13 Dollar und damit über der Konsensschätzung von rund 1,02 bis 1,04 Dollar. Auch der Umsatz übertraf mit 6,72 Milliarden Dollar die Erwartungen.
Haupttreiber ist die Cash App. Ihr Bruttogewinn wuchs um 27 Prozent auf 2,07 Milliarden Dollar, getragen vom Kreditgeschäft Borrow. Square legte um 14 Prozent zu. Die bereinigten Betriebskosten stiegen nur um rund 6 Prozent, auch dank des Personalabbaus vom Februar. Es blieb also deutlich mehr vom Bruttogewinn hängen.
Schwächer lief das Bitcoin-Geschäft. Der Bruttogewinn des Segments halbierte sich auf 52 Millionen Dollar, weil Block die Gebühren auf bestimmte Transaktionen in der Cash App bewusst gesenkt hat.
Sondereffekte verzerren den Gewinn
Nach US-Rechnungslegung wuchs das Betriebsergebnis nur um 5 Prozent auf 428 Millionen Dollar. Sonderposten von rund 435 Millionen Dollar belasteten, vor allem Rückstellungen für Rechtsrisiken. Im Oktober erzielte Block eine vorläufige Einigung mit dem US-Justizministerium: Die Strafverfolgung im Streit um das Geldwäsche-Programm wird für drei Jahre zurückgestellt. Dafür hat das Unternehmen 764 Millionen Dollar zurückgestellt.
Der Nettogewinn von 566 Millionen Dollar profitierte zudem von einem Bewertungsertrag auf die Bitcoin-Bestände und einem geringeren Steueraufwand. Beide Effekte stammen nicht aus dem laufenden Geschäft.
Ein Warnsignal sind die Kreditverluste. Sie stiegen um rund 66 Prozent auf knapp 602 Millionen Dollar. Finanzchefin Amrita Ahuja wertet die hohen Ausgaben mit der Cash App Card und die starken Rückzahlungsquoten bei Borrow als Beleg für gesunde Konsumentennachfrage.
Prognose steigt
Block hebt den Ausblick für 2026 an. Der Bruttogewinn soll bei 12,63 Milliarden Dollar liegen, über dem bisherigen Ziel von 11,98 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll auf 4,15 Dollar steigen. Für 2027 stellt das Management ein Bruttogewinnwachstum von mindestens 15 Prozent in Aussicht.
Parallel dazu will Block im kommenden Jahr stärker in Neighborhoods und externe KI-Lösungen investieren. Die Prognose soll nach Unternehmensangaben davon unberührt bleiben. Für das vierte Quartal erwartet der Konzern ein nachlassendes Wachstum bei den Kreditverlusten. Ob das gelingt, zeigen die Zahlen zum Jahresabschluss.
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