Starke Quartalszahlen, angehobene Ziele und trotzdem ein Kursrutsch: Bei Bloom Energy lief der Donnerstag gegen die Logik der Bilanz. Am Freitag zeigt sich vorbörslich eine erste Gegenbewegung, die Aktie liegt zeitweise bei rund 221 Dollar im Plus.

Zahlen deutlich über Konsens

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag im dritten Quartal bei 0,94 Dollar, erwartet waren 0,69 Dollar. Der Umsatz erreichte 1,24 Milliarden Dollar und übertraf die Schätzungen klar. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Plus von 138 Prozent.

Die Jahresprognose hebt der Brennstoffzellenhersteller bereits zum dritten Mal an. Der Umsatz soll 2026 bei 4,4 bis 4,6 Milliarden Dollar liegen, der bereinigte Gewinn je Aktie bei 3,10 bis 3,40 Dollar. Beide Spannen liegen deutlich über den Markterwartungen. Finanzchef Simon Edwards verwies darauf, dass der operative Gewinn allein in diesem Quartal höher ausfiel als im gesamten Vorjahr.

Warum der Markt trotzdem verkaufte

Die Aktie war vor den Zahlen seit Jahresbeginn um 150 Prozent gestiegen. Entsprechend wenig Spielraum blieb für Enttäuschungen. Als solche werteten Marktteilnehmer den Cashflow: Der freie Cashflow drehte auf minus 181 Millionen Dollar, nach einem Plus von 175 Millionen im Vorquartal.

Zwei Faktoren erklären den Abfluss. Edwards nannte höheres Betriebskapital, also Vorräte, Vertragsvermögen und Forderungen. Außerdem stiegen die Investitionen in Sachanlagen auf 153,5 Millionen Dollar, vor allem für Maschinen und Kapazität an den Standorten Fremont und Newark.

Über das Jahr gerechnet bleibt der freie Cashflow positiv, und die liquiden Mittel belaufen sich auf rund 2,5 Milliarden Dollar. Bloom nähert sich nach eigenen Angaben einer jährlichen Fertigungskapazität von fünf Gigawatt. CEO KR Sridhar betonte, der Auftragsbestand wachse weiter schneller als der Umsatz. Einen Zeitplan für die Erweiterung über diese Marke hinaus nannte er nicht.

Rechenzentren bleiben der Treiber

Die Erholung am Freitag stützt sich auf den Wachstumskern. Bloom gilt als zentrale Stromquelle für Oracles Rechenzentrumscampus Project Jupiter in New Mexico. Diese Geschichte haben die Zahlen nicht beschädigt. Auch die Peers aus der Brennstoffzellenbranche, die am Donnerstag mitgefallen waren, stabilisieren sich.

Als Risiko nennt das Unternehmen selbst eine mögliche Verlangsamung beim Ausbau von KI-Rechenzentren. Ob der Kapazitätsausbau den freien Cashflow im vierten Quartal erneut belastet, zeigt sich mit den nächsten Zahlen. Bis dahin muss die Aktie ihre Bewertung vor allem mit dem Auftragsbestand rechtfertigen.