Eine Behördenentscheidung hat Bloom Energy in eine andere Dimension katapultiert. Die US-Energieregulierungsbehörde FERC hat am Donnerstag einstimmig beschlossen, Netzanschlüsse für Großverbraucher massiv zu beschleunigen — und trifft damit den Kern des Bloom-Geschäftsmodells.

FERC öffnet die Schleusen für dezentrale Energie

Bislang warteten Betreiber von KI-Rechenzentren jahrelang auf Netzkapazität. Das ändert sich nun grundlegend. Regionale Netzbetreiber müssen künftig innerhalb von 30 Tagen über verfügbare Kapazitäten berichten. Innerhalb von 60 Tagen folgt ein vollständiger Integrationsplan.

FERC-Vorsitzende Laura Swett bezeichnete die Entscheidung als „historisch“. Der Hintergrund: Der US-Strombedarf von KI-Infrastruktur soll sich bis 2035 verdreifachen. Das Netz kommt schon heute kaum hinterher.

Für Bloom Energy ist das ein direkter Vorteil. Die Brennstoffzellentechnologie des Unternehmens ermöglicht dezentrale Stromerzeugung direkt am Standort eines Rechenzentrums — ohne langen Netzanschluss. Genau dieses Modell fördert die neue FERC-Regelung explizit.

Analysten erhöhen die Messlatte

Der regulatorische Rückenwind trifft auf starkes Wachstum. Bloom Energy hat seinen Umsatz in den vergangenen zwölf Monaten um 56,5 Prozent gesteigert. Analysten haben reagiert:

  • UBS hält an „Buy“ fest, Kursziel 322 Dollar
  • BMO Capital Markets bewertet die Aktie mit „Outperform“, Ziel 279 Dollar
  • Bernstein bleibt vorsichtiger bei „Market Perform“ mit 276 Dollar Kursziel

Der Konsens liegt bei „Moderate Buy“ — neun Kaufempfehlungen stehen zehn Halteempfehlungen gegenüber.

Kurs auf Rekordjagd, RSI noch nicht im roten Bereich

Die Aktie notiert aktuell bei 283,50 Euro — knapp unter dem am Donnerstag markierten 52-Wochen-Hoch von 286,00 Euro. In sieben Tagen hat der Kurs rund 27 Prozent zugelegt. Auf Jahressicht beträgt das Plus mehr als 1.400 Prozent.

Technisch liegt die Aktie rund 33 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Der RSI steht bei 64,3 — erhöht, aber noch nicht im klassischen Überkauft-Bereich.

Intern setzt das Management ebenfalls ein Signal. CEO KR Sridhar erhielt jüngst rund 271.000 leistungsbasierte Aktieneinheiten, die an konkrete Umsatzziele bis 2029 geknüpft sind. Das deutet auf eine klare Wachstumsstrategie hin — und auf Zuversicht, dass der KI-Boom noch lange anhält.

Wettbewerb kommt aus der Kernkraft: BWX Technologies und Oklo positionieren sich ebenfalls als Stromlieferanten für Rechenzentren. Allerdings brauchen Kernkraftprojekte Jahre bis zur Inbetriebnahme. Bloom kann Anlagen in Wochen installieren — ein handfester Zeitvorteil im aktuellen Umfeld.