Bloom Energy hat sich als zentraler Profiteur des Infrastruktur-Booms rund um Künstliche Intelligenz (KI) positioniert. Nachdem das Unternehmen zuletzt Rekordzahlen für das zweite Quartal 2026 vorlegte und einen bedeutenden Auftrag der Nebius Group vermeldete, passen nun erste Analystenhäuser ihre Prognosen an die neue Marktdynamik an.

Validierung durch Großaufträge und KI-Nachfrage

Das Analysehaus Jefferies hat das Kursziel für die Papiere am heutigen Sonntag von 188 auf 229 US-Dollar angehoben, behält jedoch die Einstufung auf „Hold“ bei. Die Experten begründen diesen Schritt mit der zunehmenden Kundenvalidierung für die KI-Rechenzentrums-These. Immer mehr Betreiber greifen auf Brennstoffzellen zurück, um den massiven Strombedarf ihrer Anlagen zu decken, während die herkömmliche Netzinfrastruktur oft an ihre Kapazitätsgrenzen stößt. Evercore ISI zeigt sich noch optimistischer und beziffert das Kursziel für Bloom Energy auf 350 US-Dollar.

Hintergrund dieser positiven Einschätzungen ist unter anderem ein am Donnerstag bekannt gewordener Abschluss mit der Nebius Group. Das Unternehmen wird für ein 300-Megawatt-KI-Rechenzentrum im US-Bundesstaat New Jersey die Brennstoffzellen-Technologie von Bloom nutzen. Dieser Auftrag unterstreicht das hohe Wachstumspotenzial: Medienberichten zufolge könnten aus dem Vertrag Servicegebühren von insgesamt bis zu 2,6 Milliarden US-Dollar resultieren.

Starke Quartalszahlen und operative Dynamik

Die operativen Fortschritte spiegeln sich deutlich in der jüngsten Bilanz wider. Im zweiten Quartal 2026 steigerte Bloom Energy den Umsatz auf 1,065 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 165,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders deutlich fiel das Ergebnis je Aktie aus, das mit 0,78 US-Dollar die Markterwartungen von 0,39 US-Dollar exakt verdoppelte. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 stellt das Management nun einen Umsatz in der Spanne von 3,9 bis 4,2 Milliarden US-Dollar in Aussicht.

Trotz dieser Erfolge gibt es regulatorische und wettbewerbsrelevante Faktoren, die Anleger im Blick behalten müssen. Während die Nachfrage nach Strom für Rechenzentren laut IEA-Prognosen bis 2030 weltweit massiv steigen dürfte, reagieren einige US-Bundesstaaten restriktiv.

So hat New York kürzlich ein einjähriges Moratorium für den Bau großer Rechenzentren ab einer Kapazität von 50 Megawatt verhängt. Gleichzeitig drängen klassische Energiekonzerne wie Williams und Chevron mit eigenen Gaskraftwerk-Lösungen verstärkt in den Markt für die Versorgung von Datenzentren.

Insider-Verkäufe und juristische Auseinandersetzungen

Im Umfeld der jüngsten Kursgewinne kam es zudem zu einer größeren Insider-Transaktion. Direktor John T. Chambers veräußerte am Donnerstag insgesamt 15.000 Aktien zu einem Kurs von 250 US-Dollar, was einem Transaktionswert von rund 3,75 Millionen US-Dollar entspricht. Nach diesem Verkauf hält Chambers weiterhin eine Position von über 208.000 Anteilen am Unternehmen.

Überschattet wird die positive Geschäftsentwicklung zudem von rechtlichen Risiken. Vor über einem Monat wurde eine Sammelklage gegen das Unternehmen eingeleitet, die auf Vorwürfen einer zu starken Abhängigkeit von chinesischem Scandium in der Lieferkette basiert.

Investoren, die zwischen dem 27. Februar 2025 und dem 8. Juli 2026 Papiere erworben haben, können sich bis zum 28. September 2026 als Hauptkläger melden. An der Börse notiert die Aktie derzeit bei 199,00 € und konnte seit Jahresbeginn bereits um 165 % zulegen. Dennoch trennen das Papier aktuell rund 35 % von seinem 52-Wochen-Hoch.