Zwei Wall-Street-Häuser haben ihre Kursziele für Bloom Energy in den vergangenen Tagen deutlich angehoben. Clear Street setzte das Ziel am 10. September auf 330 US-Dollar von zuvor 290 US-Dollar herauf und bestätigte die Kaufempfehlung.
Zuvor hatte UBS am 7. September das Kursziel von 300 auf 325 US-Dollar erhöht, ebenfalls bei unveränderter Buy-Einstufung. Beide Häuser begründen ihren Optimismus mit der Aufnahme in den S&P 500, die dem Unternehmen seit gut einer Woche zusätzliches Kapital von Indexfonds zuführt.
Die eigentliche Grundlage für die neue Zuversicht liegt jedoch tiefer: im Zahlenwerk des zweiten Quartals. Bloom Energy hatte am 28. Juli erstmals in der Firmengeschichte die Marke von einer Milliarde US-Dollar Quartalsumsatz übertroffen und mit 1,065 Milliarden US-Dollar ein Rekordergebnis vorgelegt.
Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich um 166 Prozent, getrieben von einem Plus von 215 Prozent im Produktgeschäft. Die non-GAAP-Bruttomarge kletterte auf 34,3 Prozent und legte damit um mehr als sechs Prozentpunkte zu.
Anhebung der Jahresprognose als Auslöser
Auf Basis dieser Entwicklung hob das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 3,9 bis 4,2 Milliarden US-Dollar an – das entspräche im Mittel einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis soll zwischen 800 und 900 Millionen US-Dollar liegen, der Gewinn je Aktie zwischen 2,55 und 2,85 US-Dollar.
Diese Guidance bildet den eigentlichen Kern der aktuellen Analystenrunde: Sowohl UBS als auch Clear Street verweisen explizit auf die starke operative Entwicklung, nicht allein auf den Indexeffekt.
Bereits im ersten Quartal hatte Bloom Energy mit einem Umsatzwachstum von über 100 Prozent überrascht und mit 751,1 Millionen US-Dollar sowie einem non-GAAP-Gewinn von 0,44 US-Dollar je Aktie die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Die Kette positiver Überraschungen reicht damit über zwei Quartale und untermauert die These, dass die jüngste Kursrally fundamental gestützt ist.
Kurs nähert sich neuen Kurszielen
An der Börse zeigt sich die veränderte Einschätzung im Kursverlauf: Die Aktie notiert aktuell bei 227,50 Euro und legte allein am heutigen Freitag um 2,5 Prozent zu.
Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Anstieg auf 10 Prozent. Damit bewegt sich das Papier weiterhin deutlich unterhalb der frisch angehobenen Kursziele von UBS und Clear Street, was Anlegern rechnerisch noch Luft nach oben signalisiert – vorausgesetzt, das Unternehmen liefert bei den nächsten Quartalszahlen am 29. Oktober erneut wie prognostiziert.
Parallel zur operativen Dynamik bleibt eine juristische Belastung im Raum: Die Kanzlei Kaplan Fox & Kilsheimer hatte Ende Juli eine Sammelklage im Namen von Anlegern eingereicht, die zwischen Februar 2025 und Juli 2026 Bloom-Energy-Aktien erworben hatten.
Die Frist für Anmeldungen als federführender Kläger läuft am 28. September ab – wenige Tage nach dem geplanten Indexeinzug am 21. September. Für die kommenden Wochen dürfte die Aktie damit zwischen zwei Polen pendeln: den fundamental gestützten, frisch erhöhten Kurszielen der Analysten auf der einen und dem juristischen Restrisiko auf der anderen Seite.
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