Bloom Energy hat 2025 mit Rekorderlösen von 2,02 Milliarden Dollar und einem Auftragsbestand von rund 20 Milliarden Dollar beeindruckt. Die Aktie ist in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 500 Prozent gestiegen. Nun stellt sich die Frage, ob das Unternehmen liefern kann, was die Bewertung bereits einpreist.

Produktionsausbau als Schlüsselprüfung

Der Kern der Wachstumsstory liegt in der Fertigung. Bloom produziert derzeit 1 Gigawatt Brennstoffzellenkapazität in seinem einzigen Werk in Fremont, Kalifornien. Bis Ende 2026 soll diese Kapazität auf 2 Gigawatt verdoppelt werden — ein ambitioniertes Tempo, das Kostenüberschreitungen und Lieferkettenprobleme mit sich bringen kann.

Was Bloom dabei als Wettbewerbsvorteil ausspielt: Geschwindigkeit. Die Festoxid-Brennstoffzellen lassen sich in wenigen Monaten installieren und umgehen damit die jahrelangen Wartezeiten beim Netzanschluss. Für Oracle lieferte das Unternehmen vergangenes Jahr eine Lösung für eine KI-Fabrik in nur 55 Tagen.

Analysten gespalten, Bewertung unter Beobachtung

Das Analystenbild ist alles andere als einheitlich. Baird sieht bei einem Kursziel von 172 Dollar eine Kaufgelegenheit, TD Cowen erhöhte sein Ziel auf 160 Dollar und verweist auf die steigende Stromnachfrage aus Rechenzentren. Die Bank of America hingegen warnt, dass die aktuelle Bewertung „begrenztes Aufwärtspotenzial“ lasse — die strategische Partnerschaft mit Brookfield Asset Management im Volumen von 5 Milliarden Dollar stecke noch in frühen Phasen.

Das Bewertungsniveau verdient Aufmerksamkeit: Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei 16, gegenüber einem Fünfjahresdurchschnitt von 3. Im vierten Quartal erzielte Bloom zwar einen Rekordumsatz von 777 Millionen Dollar, der Nettogewinn belief sich dabei aber auf lediglich rund 1,1 Millionen Dollar. Den Verbindlichkeiten von 3,6 Milliarden Dollar stehen liquide Mittel von etwa 2,5 Milliarden Dollar gegenüber.

Insider-Transaktion und Ausblick

Frisch eingereichte SEC-Unterlagen zeigen, dass CLO Shawn Marie Soderberg zwischen dem 16. und 17. März insgesamt 42.881 Aktien für rund 6,5 Millionen Dollar verkaufte — kurz nach dem Vesting von 26.975 leistungsbasierten Aktieneinheiten am 15. März. Solche Verkäufe im Anschluss an PSU-Vestings sind in Vergütungsstrukturen von Führungskräften üblich und werden in der Regel vorab geplant.

Für 2026 peilt Bloom einen Umsatz zwischen 3,1 und 3,3 Milliarden Dollar an, bei einer Non-GAAP-Bruttomarge von rund 32 Prozent und einem operativen Ergebnis zwischen 425 und 475 Millionen Dollar. Ob diese Ziele erreichbar sind, wird der Markt am 28. April beurteilen können — dann legt Bloom Energy seine nächsten Quartalszahlen vor.