Gestern verbuchte der Anteilsschein von Bloom Energy an der Börse einen deutlichen Zuwachs von 6,6 %. Auslöser für die neue Dynamik ist eine am 21. August veröffentlichte Pflichtmeldung aus dem Umfeld der US-Politik.
Demnach hat der Ehemann der US-Abgeordneten Nancy Pelosi eine millionenschwere Position in dem Spezialisten für Brennstoffzellen aufgebaut. Die Transaktionen fanden bereits Ende Juli statt, wurden jedoch erst in dieser Woche einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Der Schlusskurs der Aktie lag gestern bei 186,60 €.
Strategische Wette auf den Energiesektor
Medienberichten zufolge erwarb Paul Pelosi am 24. und 28. Juli insgesamt 15.000 Anteile des Unternehmens. Ergänzt wurde dieser Kauf durch zahlreiche Call-Optionen mit einem Basispreis von 100 US-Dollar und einer Laufzeit bis Juni 2027. Anleger werten diesen Einstieg als Vertrauensbeweis in die langfristige Strategie von Bloom Energy, insbesondere im Bereich der Energieversorgung für Künstliche Intelligenz.
Dieser Zufluss an Optimismus trifft auf ein Unternehmen, das operativ zuletzt Rekordmarken setzte. Im zweiten Quartal konnte Bloom Energy erstmals die Umsatzschwelle von einer Milliarde US-Dollar überschreiten. Der Umsatz belief sich auf 1,07 Milliarden US-Dollar, was einem Sprung von rund 166 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Getrieben wird diese Entwicklung durch den massiv steigenden Energiebedarf moderner Rechenzentren.
Wachstumschancen und rechtliche Hürden
Trotz der positiven Kursreaktion und einer Wertsteigerung von 149 % seit Jahresbeginn steht das Unternehmen vor Herausforderungen. Ein im Juli veröffentlichter Bericht eines Leerverkäufers belastete die Stimmung zeitweise erheblich.
In diesem Zusammenhang wird derzeit eine Sammelklage gegen Bloom Energy vorbereitet. Die Vorwürfe beziehen sich auf die angebliche Abhängigkeit der Lieferkette von chinesischem Scandium, einem kritischen Rohstoff für die Produktion der Brennstoffzellen.
Interessierte Anleger, die sich der Klage als Hauptkläger anschließen möchten, haben hierfür bis zum 28. September Zeit. Der Vorwurf lautet auf Wertpapierbetrug, da das Unternehmen seine Rohstoffquellen möglicherweise nicht ausreichend transparent kommuniziert habe. Diese rechtliche Unsicherheit bildet derzeit das Gegengewicht zu den massiven Auftragseingängen, wie etwa der Kooperation mit Oracle über eine Kapazität von bis zu 2,8 Gigawatt.
Analysten bleiben zuversichtlich
Die Experten von Evercore bestätigten zuletzt ihre positive Einschätzung für den Wert und gaben ein Kursziel von 350 US-Dollar aus. Damit trauen die Analysten dem Papier eine Rückkehr zu alten Höchstständen zu. Das Unternehmen profitiert dabei von einer weitreichenden Skalierung seines Geschäftsmodells, die über die ursprünglichen Erwartungen hinausgeht.
Neben der hohen Bewertung stützt ein Auftragsbestand von rund 20 Milliarden US-Dollar die langfristigen Aussichten. Zusätzlich sicherte sich der Konzern eine Finanzierungszusage über 25 Milliarden US-Dollar für künftige Projekte. Während die rechtlichen Auseinandersetzungen um die Rohstoffversorgung ein Risiko bleiben, scheint der Markt derzeit vor allem auf das enorme Wachstumspotenzial im KI-Sektor zu fokussieren.
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