Die BMW-Aktie befindet sich im freien Fall. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 37 Prozent an Wert verloren. Der Kurs markierte Mitte Juni ein neues 52-Wochen-Tief bei 58,80 Euro. Das Management reagiert auf den Absturz auf eigene Weise. Der Konzern kauft massiv eigene Aktien zurück.
Am Freitag ging das Papier bei 60,38 Euro aus dem Handel. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt mittlerweile über 20 Prozent. Ein RSI-Wert von 20,5 signalisiert einen stark überverkauften Zustand. Anleger reagieren extrem nervös auf die jüngste Gewinnwarnung.
Gewinnwarnung trifft auf Aktienrückkauf
Die Münchner senkten kürzlich ihre Prognose drastisch. Die erwartete EBIT-Marge im Automobilgeschäft schrumpft auf ein bis drei Prozent. Dennoch hält BMW am laufenden Rückkaufprogramm fest. Mitte Juni erwarb der Autobauer über 420.000 Stammaktien.
Dafür flossen knapp 29 Millionen Euro. Das Gesamtprogramm umfasst bis Frühjahr 2027 ein Volumen von zwei Milliarden Euro. Die Papiere werden eingezogen. Laut Goldman Sachs könnte BMW die Käufe angesichts des tiefen Kurses sogar noch aufstocken.
Hauptgrund für die Krise ist der chinesische Markt. Dort bricht der Absatz von Verbrennern massiv ein. Parallel dazu belasten hohe Umbaukosten das Ergebnis im zweiten Quartal. Die Ausschüttungsquote von 30 bis 40 Prozent bleibt zwar bestehen. Experten rechnen wegen des Gewinneinbruchs dennoch mit einer spürbaren Dividendenkürzung.
Lichtblick in Europa
Auf der Produktseite zeigt sich ein völlig anderes Bild. Ein Lichtblick. Der neue vollelektrische BMW iX3 verzeichnet in Europa bereits über 50.000 Bestellungen. Damit ist die Produktionskapazität der neuen Fabrik im ungarischen Debrecen für 2026 fast vollständig ausgelastet.
Im Sommer erweitert der Konzern das Angebot. Der iX3 40 startet als neues Einstiegsmodell mit hoher Reichweite. Zeitgleich bereitet BMW den Produktionsstart einer speziellen China-Variante in Shenyang vor. Bis 2027 plant der Autobauer über 40 neue Modelle auf Basis der neuen Architektur.
Die kommenden Monate bringen weitere Belastungen. BMW intensiviert sein Sparprogramm, was im zweiten Halbjahr 2026 zu einmaligen Sonderkosten führt. Die genaue Höhe dieses Einmaleffekts wird das Management mit den Halbjahreszahlen beziffern. Diese Daten definieren die mittelfristige Kursrichtung.
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