BMW-Anleger blicken auf ein Jahr voller Enttäuschungen. Die Vorzugsaktie notiert seit Jahresbeginn rund 33 Prozent im Minus, ein Anleger, der vor zehn Jahren 10.000 Euro investiert hätte, säße heute auf nur noch 7.610 Euro. Der Grund liegt tiefer als in schwankenden Absatzzahlen – die Profitabilität des Kerngeschäfts bricht ein.
Margenverfall trifft den Autobauer hart
Im ersten Halbjahr 2026 lag die Fahrzeugmarge bei BMW bei nur noch 3,6 Prozent, vor Jahren waren zweistellige Werte von über 10 Prozent üblich. Besonders schmerzhaft: Der China-Absatz brach im gleichen Zeitraum um bis zu 28 Prozent ein. China war lange der wichtigste Wachstumsmarkt der Münchner, nun wird er zur Belastung.
Chinesische Hersteller drängen mit wachsendem Tempo auch nach Europa – ihr Anteil an den europäischen Neuzulassungen stieg zwischen Januar und Juli 2026 auf 8,7 Prozent, nach nur 0,6 Prozent im Jahr 2021. In Deutschland selbst kletterte der Anteil chinesischer Marken auf 4,1 Prozent, verglichen mit 2,3 Prozent im Vorjahr.
Der Konzern reagiert mit hartem Sparkurs: Bis 2027 sollen bis zu 8.000 Stellen wegfallen. Das ist ein Eingeständnis, dass die Kostenbasis nicht mehr zur schwächeren Ertragslage passt.
Analysten uneins über die Bewertung
Die Einschätzungen der Analysten zu BMW gehen deutlich auseinander. Die Deutsche Bank bekräftigte Anfang September ihr Kaufvotum mit einem Kursziel von 90 Euro – ein deutliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau.
RBC sieht die Aktie dagegen skeptischer und stufte sie Mitte August mit einem Kursziel von 60 Euro als „Sector Perform“ ein, also nahe dem gegenwärtigen Kursniveau ohne klare Kaufempfehlung. Diese Spanne spiegelt die grundsätzliche Unsicherheit wider: Ist der Kursverfall bereits überzogen, oder rechtfertigt die schwache operative Lage weitere Abschläge?
Belastungsfaktoren auch außerhalb des Unternehmens
Der Gesamtmarkt half BMW zuletzt nicht. Am Donnerstag rutschten Automobilwerte im DAX-Umfeld unter Druck, nachdem die Europäische Zentralbank ihren Einlagenzins von 2,25 auf 2,5 Prozent anhob – die zweite Erhöhung des Jahres.
EZB-Präsidentin Lagarde bezeichnete den Schritt als „No-Brainer“. Höhere Zinsen verteuern Autokredite und Leasingraten, was die Nachfrage nach Neuwagen zusätzlich dämpfen könnte. Der DAX gab am Donnerstag um 0,84 Prozent nach.
Auch die Stimmung gegenüber der gesamten Branche bleibt angespannt. Im BILD-Finanztalk „Money Mittwoch“ bezeichnete Philipp Dobbert, Chefvolkswirt der Quirin Bank, den Einstieg in Autoaktien derzeit als „sehr spekulativ“ – eine Einschätzung, die angesichts der Margenerosion bei BMW nachvollziehbar erscheint.
Charttechnisch leichte Stabilisierung
Trotz der schwachen Fundamentaldaten zeigt der Kursverlauf zuletzt erste Anzeichen einer Stabilisierung: Der Schlusskurs von 63,00 Euro am Donnerstag lag rund 5,7 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt, was auf eine kurzfristige Erholungsbewegung hindeutet.
Ob daraus mehr wird, hängt maßgeblich davon ab, ob sich die Fahrzeugmarge in den kommenden Quartalen stabilisiert – und ob der Stellenabbau tatsächlich greift, bevor der chinesische Wettbewerbsdruck weiter zunimmt.
BMW-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BMW-Analyse vom 11. September liefert die Antwort:
Die neusten BMW-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BMW-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BMW: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

