Die Analysteneinschätzungen zu BMW driften weiter auseinander. Während Deutsche Bank Research die Aktie am 2. September auf „Buy“ beließ und ein Kursziel von 90 Euro nannte, hatte RBC das Papier bereits Mitte August auf „Sector Perform“ zurückgestuft und das Kursziel auf 60 Euro gekappt. Zwischen den beiden Einschätzungen liegt eine Spanne von 30 Euro – ein Zeichen dafür, wie unterschiedlich die Perspektiven auf den Autobauer derzeit ausfallen.
Citi hält sich mit einer klaren Positionierung zurück. Die Bank eröffnete Ende August eine sogenannte 90-Tage-Upside-Watch und beließ die Einstufung zugleich auf „Neutral“. Der Blick der Analysten richtet sich damit auf den Kapitalmarkttag am 30. September, an dem BMW-Management Strategie und Ausblick konkretisieren dürfte. Bis dahin bleibt vieles Spekulation.
Kurs erholt sich von Jahrestief
Der Aktienkurs zeigt zuletzt Stabilisierungstendenzen. Am Donnerstag schloss das Papier bei 62,12 Euro, nach einem Tagesplus von 2,3 Prozent. Damit liegt der Kurs gut zehn Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 56,40 Euro, das erst im Juli markiert wurde.
Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von 4,1 Prozent zu Buche, wenngleich der Vergleich zum Jahresbeginn mit einem Minus von 34 Prozent deutlich macht, wie tief der Kurs im laufenden Jahr gefallen ist.
Die Erholung der vergangenen Wochen fällt in eine Phase, in der BMW mit einem umfassenden Stellenabbau von rund 8.000 Arbeitsplätzen weltweit Schlagzeilen machte – ein Programm, das seit seiner Ankündigung vor rund einem Monat bereits in den Kurs eingepreist scheint und dem Papier seither einen Anstieg von 4,5 Prozent beschert hat. Der Abbau soll ohne betriebsbedingte Kündigungen zwischen Oktober 2026 und Ende 2027 erfolgen.
Modellpolitik und Elektro-Meilenstein
Abseits der Zahlen sorgt BMW auch mit Produktentscheidungen für Bewegung. Laut dem Fachblog BMWblog wird das Modell i4 Gran Coupe nicht neu aufgelegt – der i3 Sedan übernimmt dessen Rolle, während die aktuelle Generation des Gran Coupe (Werkscode G26) voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027 ausläuft. Für den indischen Markt kündigte BMW zudem die Einführung der überarbeiteten Modelle 7er und i7 für den 11. September an.
Einen symbolischen Erfolg konnte der Konzern bereits Ende August vermelden: Seit dem Start des i3 Ende 2013 hat BMW zwei Millionen reine Elektrofahrzeuge verkauft. Das Jubiläumsfahrzeug, ein in Dingolfing gefertigter i5 M60 xDrive, ging an einen Kunden in Spanien. Der Meilenstein unterstreicht, dass die Elektrostrategie trotz der schwachen Kursentwicklung operative Fortschritte zeigt.
Ausblick auf den Kapitalmarkttag
Für Anleger bleibt der 30. September der zentrale Termin. Bis dahin dürfte die Aktie zwischen den skeptischen und optimistischen Analystenlagern pendeln. Mit einem RSI von 59,9 und einer Volatilität von 28 Prozent auf 30-Tage-Sicht signalisiert der Markt derzeit keine extreme Über- oder Unterbewertung – die Entscheidung über die nächste Kursrichtung dürfte erst mit konkreteren Aussagen zur Strategie fallen.
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