BMW senkt seine Jahresprognose zum zweiten Mal in weniger als fünf Monaten. Die Ergebnisse des dritten Quartals fielen dagegen besser aus als befürchtet. Dahinter steckt ein beschleunigter Konzernumbau, dessen Kosten im Schlussquartal anfallen.
Quartalszahlen im Rahmen der Erwartungen
Der Vorsteuergewinn sank um knapp elf Prozent auf 2,08 Milliarden Euro und lag damit im Rahmen der Analystenschätzungen. Der Umsatz ging um 5,8 Prozent auf 30,45 Milliarden Euro zurück. Das EBIT fiel deutlich stärker, nämlich um 29,7 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro.
Die EBIT-Marge der Autosparte schrumpfte auf 3,4 Prozent, nach 5,2 Prozent im Vorjahresquartal. Analysten hatten mit 3,1 Prozent gerechnet.
Hauptbremse bleibt China. Die Auslieferungen weltweit sanken um 6,3 Prozent auf 551.075 Fahrzeuge. Zuwächse in Europa und den USA von jeweils rund 2,5 Prozent glichen den Rückgang nur teilweise aus. In China fiel der Absatz in den ersten neun Monaten um 22 Prozent. Westliche Hersteller kämpfen dort mit günstigeren heimischen Rivalen.
Prognose rutscht an die Nulllinie
Für 2026 erwartet BMW in der Autosparte nur noch eine EBIT-Marge zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent. Bisher standen ein bis drei Prozent im Plan. Auch die Absatzprognose fällt: Die Auslieferungen sollen moderat unter dem Vorjahr liegen.
Entscheidend ist die Begründung. Ohne Restrukturierungskosten bleibt die operative Marge laut Unternehmen weiter über 2,0 Prozent. Die Belastung entsteht durch nicht operative Effekte im vierten Quartal, ausgelöst durch ein erweitertes Programm aus Portfolio- und Strukturmaßnahmen. Dazu zählt der geplante Abbau von 8.000 Stellen in Deutschland.
Umbau läuft schneller
Konzernchef Milan Nedeljkovic kündigte an, die Maßnahmen zu intensivieren und zu beschleunigen. Management-Funktionen sollen schneller wegfallen als angekündigt. Die freiwilligen Abfindungsangebote stießen auf so hohe Nachfrage, dass BMW die Anfragen vorzeitig schloss.
Hinzu kommt der frühere Start der Elektro-Generation „Neue Klasse“. Dafür laufen ältere Modelle früher aus. Finanzchef Walter Mertl wertet die zusätzlichen Lasten als Investition in die Zukunft.
In der Motorradsparte rechnet BMW nun mit leicht sinkenden Auslieferungen. Die EBIT-Marge dort soll zwischen vier und sechs Prozent liegen. Ob die Aktie die Prognosesenkung als reine Einmalbelastung einpreist, zeigt sich an der Reaktion nach den Zahlen: Die Aktie schloss am Vortag bei 57,80 Euro.
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