Mit dem iX4 hat BMW das erste SUV-Coupé auf der Architektur der sogenannten Neuen Klasse vorgestellt. Der Münchner Autobauer erweitert damit sein Portfolio an reinen Stromern um ein drittes Modell auf der neuen Plattform. Die Markteinführung des Fahrzeugs ist für März 2027 vorgesehen, gefertigt werden soll die Baureihe im ungarischen Werk Debrecen.

An der Börse sorgte die Neuvorstellung zunächst für wenig Entlastung. Die BMW-Aktie schloss gestern bei 53,72 Euro und notiert damit nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 52,50 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus im Papier bereits auf 42 Prozent.

Reichweiten von über 800 Kilometern

Das Modellangebot umfasst zum Start zwei Standardausführungen mit Allradantrieb. Die Einstiegsvariante iX4 40 xDrive kommt mit einer 82,6-Kilowattstunden-Batterie und steht ab 70.900 Euro in der Preisliste. Für die reichweitenstärkere Version iX4 50 xDrive verlangt BMW einen Grundpreis von 75.900 Euro.

Technologisch setzt der Konzern auf die sechste Generation seiner Batteriezellen. Diese weisen eine um 20 Prozent höhere Energiedichte im Vergleich zu bisherigen prismatischen Speichern auf. Zugleich soll der optimierte Antriebsstrang die Energieverluste deutlich reduzieren.

An Schnellladestationen lässt sich der Akku in 21 Minuten von zehn auf achtzig Prozent laden, wobei die maximale Reichweite des 50 xDrive nach dem WLTP-Messzyklus bis zu 828 Kilometer beträgt.

Sportmodell M60 und Marktbedingungen

Flankiert wird das Programm durch die sportliche Spitzenvariante M60 xDrive. Der Allradler leistet 450 Kilowatt und erreicht eine vorläufige Reichweite von bis zu 777 Kilometern. Bestellungen für das Topmodell nimmt BMW ab Januar 2027 entgegen, ehe die Produktion im Frühjahr 2027 anläuft. Einen Preis für die stärkste Ausführung nannte das Unternehmen noch nicht.

Die Modelloffensive trifft auf ein herausforderndes Marktumfeld für europäische Fahrzeughersteller. Neben dem anhaltenden Druck auf die Margen verschärft sich die Konkurrenz durch asiatische Anbieter auf dem Heimatmarkt.

Um die heimische Industrie vor ungleichem Wettbewerb zu schützen, erwägt die EU-Kommission Medienberichten zufolge derzeit befristete Importkontingente für in China gebaute Hybridfahrzeuge. Ob die neuen Modelle von BMW die Trendwende im hart umkämpften Elektrosegment beschleunigen, entscheidet sich mit dem Produktionshochlauf in Debrecen.