Die BMW-Aktie klebt bei 59,92 Euro fest. Nur 6,24 Prozent trennen den Kurs vom 52-Wochen-Tief, das Ende Juli markiert wurde. Nach den jüngsten Quartalszahlen zeichnen Analysten ein widersprüchliches Bild: Manche kürzen ihre Kursziele deutlich, andere halten trotzdem an ihren Kaufempfehlungen fest.

Jefferies sieht keine Überraschung

Jefferies belässt seine Einstufung bei „Hold“. Das Kursziel bleibt bei 70 Euro. Der Analyst begründet dies mit der bereits im Juni gekappten Prognose. Die aktuellen Zahlen hätten daher niemanden mehr überrascht.

Im Fokus steht für Jefferies der Kapitalmarkttag Ende September. Dort muss BMW zeigen, dass der Konzern zur alten Profitabilität zurückfindet. Es geht auch um den Ruf: Jahrelang galt BMW als Autobauer mit wenigen strategischen Fehlern.

Goldman Sachs und Deutsche Bank bleiben bei „Buy“

Goldman Sachs senkt das Kursziel von 84 auf 82 Euro, hält aber an „Buy“ fest. Der Analyst kürzt seine Ebit-Erwartung für das Automobilgeschäft leicht. Grund sind höhere Rückstellungen für Abfindungen im Rahmen laufender Restrukturierungen.

Der Fokus der Anleger liege weiter auf China, so die Einschätzung. Auch die Profitabilität dort bleibt ein zentraler Beobachtungspunkt. Die Deutsche Bank bestätigt ebenfalls ihre Kaufempfehlung, auch wenn sie das Kursziel senkt.

Bernstein kürzt Ziel, DZ Bank stuft ab

Bernstein Research reduziert sein Kursziel von 85 auf 82 Euro. Die Einstufung „Outperform“ bleibt bestehen. Der Analyst verweist darauf, dass die Erwartungen an das zweite Quartal ohnehin gedämpft waren – BMW hatte den Ausblick bereits vorher gesenkt.

Jetzt gehe es darum, das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Die DZ Bank schlägt einen anderen Weg ein: Sie stuft BMW von „Buy“ auf „Hold“ ab und senkt das Kursziel von 75 auf 65 Euro. Damit fällt sie deutlich kritischer aus als die Konkurrenz.

Marktbeobachter werten die parallele Bewegung mehrerer Häuser als Signal. Die Unsicherheit rund um China-Geschäft und Zölle bleibt demnach vorerst eingepreist.

Der Kapitalmarkttag als Wendepunkt

Die gespaltenen Einschätzungen spiegeln die Unsicherheit wider, mit der der Markt derzeit auf BMW blickt. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 35,86 Prozent verloren – einer der schwächsten Werte im DAX. Der RSI von 49,2 zeigt charttechnisch eine neutrale Lage, ohne klare Richtung.

Der Kapitalmarkttag Ende September dürfte zum entscheidenden Termin werden. Dort muss BMW konkrete Antworten liefern: zur Profitabilität in China, zum Fortschritt der Restrukturierung und zum Weg zurück zu alter Stärke.